Berlin - Die ehrgeizigen Pläne hatte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) schon vor rund zwei Wochen vor Parlamentariern in Berlin präsentiert: Deutschland plant einen nationalen Alleingang zum Mond. Man wolle aus eigener Kraft eine Mond-Forschungssonde entwickeln, bauen und zum Erdtrabanten schießen. Die sollte den gesamten Mond binnen vier Jahren kartieren.
Mond (totale Finsternis Anfang März): "Auch einen Claim abstecken"
Die Mondmission soll laut ARD der Erforschung von Bodenschätzen dienen. Langfristig sollten dort Ressourcen zur wirtschaftlichen Nutzung abgebaut werden, zum Beispiel Helium-3, das für Atomkraftwerke gebraucht werde. Mit der Entwicklung neuer Technologien solle die Entwicklung des Wissenschafts- und Innovationsstandorts Deutschland vorangetrieben werden, sagte Frank Pohlemann von EADS-Astrium, einer Bremer Tochter des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS mit Schwerpunkt auf Satellitensystemen.
Der CSU-Bundestagsabgeordnete Kurt Rossmanith sagte dem Magazin "Bericht aus Berlin", die Regierung wisse, dass sehr viele Ressourcen auf dem Mond zu finden seien. "Und da müssen wir uns - um das mal sehr flapsig auszudrücken - auch einen entsprechenden Claim mit abstecken."
Die Mondpläne sollen dem Bericht zufolge 500 Millionen Euro kosten. Diese Summe soll demnach in den nächsten Haushalten bis 2013 bereitgestellt werden.
Die DLR verspricht sich von einem nationalen Alleingang größeren Erfolg als von einer Gemeinschaftsmission unter Leitung der europäischen Raumfahrtbehörde Esa. Walter Döllinger, Direktor für Raumfahrtprogramme beim DLR, hatte SPIEGEL ONLINE gesagt, dass man sich aber möglicherweise mit Italien zusammentun werde, das ebenfalls über eine eigene Mondsonde nachdenke. "Ich halte es für klug, die Mission zunächst national zu versuchen. Anschließend können wir unser Gewicht bei der Esa einbringen und eine Führungsposition beanspruchen."
phw/ddp/AP/AFP
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