ThemaMars-MissionenRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Langzeit-Allflüge Nasa sucht nach Regeln für Sex und Tod

2. Teil: Das Sex-Buch lief super, da bekam die Nasa kalte Füße. Jetzt erwägt sie, Eizellen und Spermien weiblicher und männlicher Astronauten einzulagern. Andere fantasieren längst von Quickie-Trips und orbitalen Flitterwochen-Suiten.

Zwei Chargen dieses populärwissenschaftlichen Sex-Fiction-Buchs verkauften sich prima im Souvenirshop des JPL. Ende September 2006 sollte Woodmansee dort eine Lesung mit Signierstunde abhalten. Doch kurz vorher verschickte der Ethik-Beauftragte des JPL Tausende E-Mails, um die Veranstaltung abzusagen. Mit einem "ethischen Problem" rechtfertigten sich die Verantwortlichen gegenüber "Science Online".

Im Jahr 1982 hatte die Russin Swetlana Sawitskaja mit zwei männlichen Kollegen die erste gemischtgeschlechtliche Weltraumcrew gebildet. Zehn Jahre später ließ die Nasa gar ein Ehepaar an Bord des Shuttles "Endeavour" ins All fliegen. Seitdem wird immer wieder behauptet, der erste Koitus im All sei längst vollzogen worden. Doch die Weltraumagenturen beider Länder weigern sich beharrlich, dies zu kommentieren.

Spermien einlagern, Testament verfassen

Immerhin erwägt die Nasa in dem Ethik-Leitfaden, für den Vermehrungserfolg ihrer Crews auf der Erde zu sorgen: Zur Liste der noch offenen Fragen zählt auch jene, ob Astronauten vor dem Start zu einer Langzeitmission Eier oder Spermien einlagern sollten. Ebenso muss die Nasa noch entscheiden, ob künftige Mond- und Marsflieger vorsichtshalber ihr Testament machen sollen.

Gar mit dem Gesetz kollidieren könnten Gedankenspiele in puncto Gentest: Zwar spielte bei keinem der drei großen Unfälle der Nasa - den Unglücken von "Apollo 1", der "Challenger" und der "Columbia" - die Gesundheit der Astronauten eine Rolle. Dennoch denkt die Nasa darüber nach, Astronauten für Langzeitmissionen auf Erbkrankheiten und besondere Risikofaktoren hin zu untersuchen. Dergleichen ist in den USA gegenwärtig verboten.

"Wer sich da nackig macht, könnte erwischt werden"

"Schön, dass sie jetzt über so etwas nachdenken", sagte der sechsmalige Space-Shuttle-Astronaut Story Musgrave, der selbst studierter Mediziner ist. Er finde, in der Vergangenheit sei die Nasa mit diesen Dingen nicht glücklich umgegangen.

Wenigstens beim Schwebe-Sex wird es wohl nicht die US-Weltraumbehörde sein, die den Ton für das Verhalten im All angibt. "Das Zeitalter des Weltraumtourismus fängt gerade erst an, und schon sind All-Flitterwochen gebucht worden", sagte Buchautorin Woodmansee. "Sex in der Schwerelosigkeit ist die 'Killer-Anwendung' von Weltraumtourismus." Die Autorin erwartet, dass die Suiten künftiger Orbit-Hotels extra dafür entworfen werden.

Richard Branson, exzentrischer britischer Milliardär und Besitzer des Virgin-Konzerns, spricht bereits offen und suggestiv über Techtelmechtel unterm Sternenzelt. Mit seinem "SpaceShipTwo" will er als Erster schwerteure Flüge in die kurze Schwerelosigkeit des suborbitalen Raums anbieten. Diese werden indes eher die Atmosphäre eines fliegenden VW-Busses als eines schwebenden Separées bieten. Branson: "Wer sich da nackig macht, könnte erwischt werden."

stx/AP

  • 1. Teil: Nasa sucht nach Regeln für Sex und Tod
  • 2. Teil: Das Sex-Buch lief super, da bekam die Nasa kalte Füße. Jetzt erwägt sie, Eizellen und Spermien weiblicher und männlicher Astronauten einzulagern. Andere fantasieren längst von Quickie-Trips und orbitalen Flitterwochen-Suiten.
Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Weltall
alles zum Thema Mars-Missionen

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP