Von Holger Dambeck
Ein wesentlicher Bestandteil des Planetenmodells ist die Plattentektonik, also die Verschiebung von Kontinenten auf dem Planeten - die Ursache von Vulkanismus. "Man muss berücksichtigen, dass größere Planeten langsamer auskühlen als kleinere", sagte von Bloh. Entsprechend höher sei die sogenannte Spreading-Rate der Platten, umso mehr Vulkanismus gebe es und umso mehr CO2 gelange permanent aus dem Planetenmantel in die Atmosphäre.
Für die Strahlungsbilanz wichtig ist natürlich auch die Wirkung von CO2 als Treibhausgas: Je mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre vorhanden ist, umso stärker wärmt das Zentralgestirn diese auf. Ein Effekt, der als Hauptauslöser des dramatischen Klimawandels gilt, den Forscher auf der Erde für die nächsten Jahrzehnte vorhersagen.
Von Bloh hat jedoch auch gute Nachrichten für alle, die auf Leben irgendwo im All hoffen. Ein anderer Planet im System Gliese mit dem Namen 581d liege in einer sogenannten habitablen Zone, erklärte der Forscher.
Laut den Potsdamer Klimaforschern müsste auf Gliese 581d, der Planet ist achtmal so schwer wie die Erde, ein extrem hoher Druck in der Atmosphäre herrschen: Allein das Kohlendioxid habe einen Partialdruck von fünf bis zehn Bar. Der Druck der Erdatmosphäre auf Meeresspiegelhöhe ist wesentlich kleiner und beträgt rund ein Bar.
Zu den fünf bis zehn Bar käme der Partialdruck anderer möglicher Atmosphärenbestandteile hinzu. "Dort können also nur Organismen existieren, die solche hohen Drücke aushalten." Laut von Bloh könnten sich bei so hohem Druck zudem CO2-Wolken in der Atmosphäre bilden und die Sonneneinstrahlung mindern - womöglich sinken dann die Temperaturen zu stark, damit Einzeller oder Organismen überhaupt existieren können.
Und vor einem weiteren Hindernis für Leben warnt der Potsdamer Forscher: dem Sonnenwind. Die Magnetfelder beider Planeten seien relativ schwach. Im schlimmsten Fall habe der Sonnenwind die Atmosphären bereits zerstört: in den ersten zwei Milliarden Jahren, als das Zentralgestirn deutlich aktiver war als heute. In jedem Fall spreche der Sonnenwind "eher nur für primitive Lebensformen", so von Bloh.
Weitere Aufklärung erhoffen sich die Planetenjäger unter anderem von der für 2015 geplanten Satellitenmission "Darwin", bei der extrasolare Planeten beobachtet werden sollen, um Anzeichen für Leben zu finden. Bis dahin müssen sie sich wohl weiterhin mit Modellrechnungen begnügen.
Korrektur: Im Text hieß es fälschlicherweise, in der Atmosphäre von Gliese 581c mangele es an CO2. Das Gegenteil ist der Fall.
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