Baikonur - Um 4.14 Uhr mitteleuropäischer Zeit startete am heutigen Freitag der deutsche Beobachtungssatellit "TerraSAR-X" vom russischen Raumfahrtzentrum Baikonur zur Mission ins All. 20 Minuten nach dem Abheben habe er erste Signale an die Bodenstation gesendet - in den nächsten fünf Jahren soll der Satellit jedes kleines Detail der Erdoberfläche abtasten.
Radarsatellit "TerraSAR-X" (Illustration): Gute Sicht selbst bei Wolken und Nebel
Die rein deutsche Satellitenmission soll sowohl wissenschaftlich wie auch industriell genutzt werden. Andere - sprich militärische - Beobachtungszwecke schließt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus. Eine neue Radartechnik ermöglicht gestochen scharfe Bilder, unabhängig von der Bewölkung oder der Sonnenintensität. Mit dem Superauge im Weltall können so neue Erkenntnisse über die Vegetation auf der Erde, über die Fischbestände in den Ozeanen oder auch über den Zustand von Eisbergen gewonnen werden. Auch die genaue Erfassung von Straßen, Städten und Infrastrukturen ist mit dem hochauflösenden Radarauge möglich.
Einer Weltraumlupe gleich kann "TerraSAR-X" dermaßen hochauflösende Fotos schießen, dass man noch Strukturen von nur einem Meter Kantenlänge darauf erkennen kann. Die Daten sollen auch an die Industrie vermarktet werden. Denn Unternehmen wollen wissen, wie Oberflächenstrukturen oder Bodenbeschaffenheiten genau aussehen, wenn sie vorhaben, Flächen beispielsweise landwirtschaftlich oder gewerblich zu nutzen.
Das Projekt kostete insgesamt 130 Millionen Euro und wird sowohl vom DLR als auch von dem Raumfahrtunternehmen Astrium gefördert. Die Partnerschaft zwischen öffentlicher Behörde und Industrie sei ein Novum in der Weltraummission, teilte das DLR mit.
Über ähnliche Beobachtungssatelliten verfügen auch andere Länder. Erst kürzlich hat Israel ein Superauge in den Weltraum geschickt. Es dient allerdings nicht Forschungs-, sondern Spionagezwecken.
atr/dpa/afp
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