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18.10.2007
 

Undichte Raumschiffe

Neuer Sensor findet Lecks schneller

Für Astronauten ist das Szenario ein Albtraum: Ihr Raumschiff hat irgendwo ein kleines Loch und verliert permanent Luft, das Leck ist aber nicht auffindbar. Bald soll ein neuer Sensor die Suche nach undichten Stellen extrem beschleunigen.

Ein Loch in einem Raumschiff zu flicken, ist keine große Sache. Viel schwieriger gestaltet sich die Suche nach der undichten Stelle selbst. Die internationale Raumstation ISS beispielsweise ist vollgestopft mit Versorgungstechnik, Computern und Geräten für die Forschung - sie alle könnten das Leck verdecken.

Blick aus der ISS (August 2007): Undichte Stellen bislang nur schwer auffindbar
DPA

Blick aus der ISS (August 2007): Undichte Stellen bislang nur schwer auffindbar

Lecks entstehen meist durch Einschläge von Mini-Meteoriten, so wie vor drei Monaten geschehen im Frachtblock der Raumstation. Im Januar 2004 suchten ISS-Besatzungsmitglieder mehrere Wochen nach einer solchen Einschlagstelle in der Raumstation, die sich schließlich als ein Millimeter großes Loch entpuppte. Ein Millimeter klingt nicht viel, aber auf Dauer ist der permanente Verlust an Luft selbst für die ISS nicht zu verkraften: Irgendwann hätten die Astronauten zur Erde zurückkehren müssen.

Das Zischen ausströmender Luft, das jeder Radfahrer von einem defekten Schlauch kennt, können Astronauten allerdings kaum hören, denn sie lauschen ja von der Innenseite und nicht von außen. Und selbst wenn sie außerhalb des Raumschiffs nach dem Loch suchen würden, könnten sie das Zischen nicht hören, denn Vakuum kann Schall nicht übertragen.

Forschern der University of Iowa ist es jetzt aber gelungen, die feinen Vibrationen, die ausströmende Luft im Raumschiff selbst hervorruft, zu messen und auf diese Weise Lecks zu lokalisieren.

Dale Chimenti und seine Kollegen bestückten den nur wenige Zentimeter großen Sensor mit 64 kleinen Messfühlern, die akustische Schwingungen im Raumschiff registrieren. Weil jeder dieser Fühler zu verschiedenen Zeitpunkten misst, kann ein Computer aus den Einzeldaten die Richtung des Lecks bestimmen. Im Sommer nächsten Jahres soll der Sensor an Bord eines Spaceshuttles zu seinem ersten Einsatz ins All starten.

"Wir haben einen sehr billigen Sensor entwickelt", sagte Chimenti, "aber er funktioniert". Es handle sich um ein sehr zuverlässiges System. Wenn man mehrere Sensoren gleichzeitig einsetze, könne man eine undichte Stelle binnen einer Minute finden, sagte der Raumfahrtingenieur. Das bisher bei der Nasa eingesetzte Ultraschallgerät benötige bis zu einer Woche.

hda

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