Schon in zwei Jahren soll der Zweisitzer von der Größe eines kleinen Privatflugzeugs fertig sein - und fast 61 Kilometer hoch fliegen können. Starten soll der kleine Jet namens "Lynx" wie ein normales Flugzeug. Mit satter Beschleunigung von Flüssigtreibstoff-Raketen geht es von der Startbahn an die Grenze des Weltraums.
Eine richtige Reise ins All ist das Ganze freilich nicht. Je nach Definition müsste der Raketenflieger dazu entweder 80 Kilometer (nach Nasa-Lesart) oder gar 100 Kilometer (nach Definition der Fédération Aéronautique Internationale) hoch fliegen.
Als Spitzentempo des Beinahe-Weltraumfliegers gibt die kalifornische Herstellerfirma Xcor die doppelte Schallgeschwindigkeit an. Nach drei Minuten sollen die Raketenmotoren abgestellt werden, und nach gut vier Minuten, so die Projektbeschreibung, soll "Lynx" den höchsten Punkt seiner Flugstrecke erreicht haben - Schwerelosigkeit inklusive.
Beim Rückweg zur Erde auf einer Korkenzieherbahn dürften die Passagiere die Gravitation dann allerdings sehr wohl zu spüren bekommen. Die vierfache Erdbeschleunigung soll auf die Insassen des Fliegers einwirken. Und schon eine halbe Stunde nach dem Start soll "Lynx" wieder auf einem normalen Flughafen landen.
Konkurrent zum "SpaceShipTwo"
"Wir haben dieses Fluggerät so entwickelt, dass es so weit wie möglich wie ein kommerzielles Flugzeug einsetzbar ist", erklärt Xcor-Chef Jeff Greason. Seine Firma wolle "Lynx" allerdings nicht selbst betreiben, sondern andere Unternehmen damit beauftragen. Ausdrücklich verweist Xcor darauf, dass die geplanten Flüssigtreibstoff-Raketen des Jets vergleichsweise umweltfreundlich sein sollen.
Zahlreiche Firmen hoffen auf einen Millionenmarkt für Weltraumtourismus. Vor zwei Monaten hatten die Raumfahrt-Enthusiasten Burt Rutan und Richard Branson ein Modell ihres "SpaceShipTwo" vorgestellt. Mit seiner Hilfe will Bransons Firma Virgin Galactic Reisen ins All anbieten. Erste Testflüge soll es bereits im kommenden Jahr geben.
Das "SpaceShipTwo", Nachfolgemodell des ersten privaten Raumschiffs im All, soll zwei Piloten und bis zu sechs Passagiere ins All bringen. Im Gegensatz zu "Lynx" soll es nicht von einer Startbahn abheben, sondern von einem Trägerflugzeug aus zu seiner Reise aufbrechen.
chs/AP
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