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11.08.2008
 

Heiße Fackeln

Sonnen-Ausbrüche erstmals über Tage beobachtet

Sonneneruptionen sind nicht nur atemberaubende Spektakel, sondern auch eine Gefahr für Satelliten und Stromleitungen. Forscher haben das Entstehen der Ausbrüche jetzt erstmals über mehrere Tage beobachtet - und dabei gewaltige Energien gemessen.

Sonneneruptionen werden nicht ohne Grund auch solare Flares genannt: Wie riesige Fackeln schießen Millionen Tonnen heißen Plasmas ins All. Wissenschaftler erforschen das Naturspektakel auch aus ganz praktischen Gründen: Die Ausbrüche, insbesondere wenn sie heftig ausfallen, können unter anderem Kommunikationssatelliten stören, Stromnetze lahmlegen und Astronauten gefährden. Eine möglichst präzise Vorhersage der gewaltigen Ereignisse kann dazu genutzt werden, Mensch und Material rechtzeitig zu schützen.

Forscher des Max-Planck-Institutes für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau haben nun erstmals über mehrere Tage verfolgt, wie sich die Energie in der Sonnenatmosphäre aufbaut und in einer Eruption entlädt. Mit einer neuen Methode sei es gelungen, zeitliche und örtliche Schwankungen des Magnetfeldes als Ursache für die Eruptionen dingfest zu machen.

Dabei habe sich die Annahme bestätigt, dass sich ein Ausbruch ankündigt, erklärt MPS-Forscher Thomas Wiegelmann. "In den Magnetfeldern baut sich die Energie über mehrere Tage hinweg auf und wird von starken elektrischen Strömen gespeichert." Ein Teil dieser Energie werde dann bei der Eruption freigesetzt, schreiben Wiegelmann und seine Kollegin Julia Thalmann im Fachblatt "Astronomy & Astrophysics".

Die Wissenschaftler haben während ihrer Messungen gewaltige Eruptionen erfasst. Bei der heftigsten, die sich im Januar 2004 ereignete, sei innerhalb von 30 Minuten rund hunderttausendmal mehr Energie frei geworden, als in einem Jahr auf der gesamten Erde verbraucht werde. Bei Eruptionen im Jahr 2007 habe sich ein ähnlicher zeitlicher Verlauf gezeigt. Allerdings erreichten sie nur jeweils etwa ein Zehntel der Energie der großen Flare von 2004.

Die MPS-Ergebnisse können laut Wiegelmann dazu beitragen, heftige Strahlungs- und Teilchenausbrüche auf der Sonne in Zukunft vorherzusagen. Die Forscher planen weitere Untersuchungen mit Hilfe der Daten, die das Weltraumteleskop SDO (Solar Dynamics Observatory) liefern soll. Der SDO-Start ins All ist für 2009 geplant.

mbe/dpa

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