Los Angeles - Die Mission der Marssonde "Phoenix" ist nach gut fünf Monaten zu Ende: Die Sonde, die Eis auf dem Roten Planeten nachgewiesen hatte, sei wie erwartet erfroren, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Montag in Los Angeles mit. Das Kontrollteam am Boden habe seit dem 2. November keine Signale mehr empfangen. "Phoenix" war im Mai unweit des Mars-Nordpols gelandet und hatte Bodenproben gesammelt, wissenschaftliche Experimente durchgeführt und teils sensationelle Daten geliefert, darunter rund 25.000 Fotos.
Mit dem beginnenden Winter in der nördlichen Polarregion des Mars gibt es nun nicht mehr genug Sonnenlicht, um die Solarzellen der Sonde zu versorgen. Ein Staubsturm verdunkelte die Sonne zusätzlich und gab der Sonde so den Rest. Wissenschaftlern zufolge war ihr "Kältetod" nur eine Frage der Zeit. Die "Phoenix"-Mission sei nun beendet, sagte Projektmanager Barry Goldstein. Man bemühe sich zwar weiterhin um eine Kommunikation mit der Sonde, doch würden die Erfolgsaussichten als gering eingestuft.
Fünf statt drei Monate durchgehalten
"'Phoenix' hat uns einige Überraschungen beschert", sagte Peter Smith von der University of Arizona in Tucson. "Ich bin sicher, wir werden in den nächsten Jahren noch mehr Juwelen aus dieser Daten-Schatztruhe herausholen." Immerhin war "Phoenix" deutlich länger in Betrieb als zunächst geplant. Der Einsatz sollte mindestens drei Monate dauern, doch diese Zeitspanne konnte fast verdoppelt werden.
Eine der wichtigsten Forschungsaufgaben war die Frage, ob es auf dem Mars Formen einfachen Lebens geben könnte. Zwar konnte die 475 Millionen Dollar (373 Millionen Euro) teure "Phoenix"-Sonde erstmals das Eis ausgraben und analysieren, das zuvor nur aus der Ferne von Satelliten aufgespürt worden war. Doch der von manchen erhoffte Fund von organischen Verbindungen oder gar Lebensformen blieb aus.
Schneefall und giftiges Salz
Dafür hat "Phoenix" Schneefall beobachtet und Mineralien gefunden, die darauf hindeuten, dass es einst auch flüssiges Wasser auf dem Mars gegeben hat. Es stellte sich auch heraus, dass der Marsboden leicht alkalisch ist - und giftiges Perchlorat-Salz enthält, was ihn nicht eben lebensfreundlicher macht.
Zwar werten die beteiligten Wissenschaftler die "Phoenix"-Mission insgesamt als großen Erfolg, doch gab es auch eine Reihe technischer Schwierigkeiten. Zu Anfang des Einsatzes gab es Schwierigkeiten mit den Mini-Öfen, mit denen die Sonde den Mars-Staub nach Spuren von organischem Material durchsuchen sollte. Mehrere Ofentüren ließen sich nicht ganz öffnen, zudem gab es Probleme, den Sand überhaupt in die Öfen zu bekommen.
"Phoenix" war Ende Mai nach einer 680 Millionen Kilometer langen Reise gelandet. Ihr Einsatzort im nördlichen Polarkreis des Roten Planeten entspräche auf der Erde etwa dem Breitengrad Grönlands oder Nordalaskas. Die Mars-Rover "Spirit" und "Opportunity" halten sich dagegen in der freundlichereren Äquatorialgegend des Mars auf - und nähern sich bereits dem fünften Jahr ihres Einsatzes.
mbe/AP/AFP
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