Im All stößt man immer wieder auf vertraute Strukturen. Was Astronomen auf einer Aufnahme des Nasa-Röntgenteleskops "Chandra" erblickt haben, ist allerdings etwas ganz Besonderes: ein blauer Nebel in Form einer gigantischen Hand. Sie scheint nach Feuer zu greifen, das nahe ihrer Fingerspitzen lodert.
Freilich brennt nichts nahe des Nebels, vielmehr handelt es sich bei den roten Formationen um schwache Röntgenstrahlung. Stärkere Strahlung ist in der Aufnahme grün dargestellt, die energiereichste blau. Der Nebel ist 150 Lichtjahre groß. Im Zentrum des Bildes befindet sich ein junger, sehr energiereicher Pulsar mit dem Namen B1509. Der Neutronenstern dreht sich sieben Mal pro Sekunde um sich selbst und speit große Mengen Energie aus. Dabei sind die faszinierenden Strukturen des Nebels entstanden.
B1509 ist wie alle Neutronensterne entstanden, als ein massereicher Stern nicht mehr genug Brennstoff hatte und kollabierte. Nur etwa 20 Kilometer groß ist das Objekt, dessen Alter Forscher auf 1700 Jahre schätzen und das etwa 17.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist.
Die enormen Enegiemengen, die der Pulsar laufend abgibt, erklären Astronomen auch mit dem gewaltigen Magnetfeld auf seiner Oberfläche. Es soll nach Nasa-Angaben 15 Billonen-Mal so stark sein wie das der Erde. Der rotierende Stern erzeugt einen Wind aus Elektronen und Ionen, der sich von ihm wegbewegt. Wenn die Elektronen den magnetisierten Nebel durchqueren, geben sie Energie in Strahlungsform ab. Diese Strahlung macht das Teleskop "Chandra" sichtbar.
Im Zentrum des Nebels umgibt ein Kreis den Pulsar. Er markiert jene Stelle, an der der Wind geladener Teilchen vom langsam expandierenden Nebel stark abgebremst wird. In diesem Punkt gleicht B1509 dem bekannten Krebsnebel. Allerdings ist dieser deutlich kleiner. Sein Durchmesser beträgt nur zehn Lichtjahre.
hda
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