Washington - Die neue Mond-Sonde der Nasa hat planmäßig unseren Erdtrabanten erreicht. Das berichtet die US-Weltraumbehörde Nasa am Dienstagmittag auf ihrer Web-Seite. Der "Lunar Reconnaissance Orbiter" (LRO) soll nun in einer elliptischen Umlaufbahn den Mond umrunden und aus einer Entfernung von nur 50 Kilometern ein Jahr lang die Mondoberfläche analysieren und kartieren.
Zunächst seien noch einige Bahnkorrekturen nötig, dann sollten nach und nach die Instrumente von LRO angeschaltet werden. Die Sonde war vor vier Tagen vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet. "Die Kameras an Bord sollen bei der Auswahl von Landestellen helfen", hatte der Münsteraner Planetenforscher Harald Hiesinger kurz zuvor im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE erklärt. Er ist als sogenannter Co-Investigator einer der führenden Wissenschaftler, die für das fliegende Auge verantwortlich sind.
Zusammen mit LRO hatte sich auch die Sonde "Lunar Crater Observation and Sensing Satellite" (LCROSS) auf den Weg ins All gemacht. Nach kurzer Zeit hatten sich jedoch die Wege der fliegenden Geschwister getrennt. LCROSS soll mit Hilfe einer ausgebrannten Raketenstufe von der Größe eines kleinen Busses in rund vier Monaten einen künstlichen Krater auf dem Mond erschaffen - ein Prinzip, das zuvor unter anderem bereits beim furiosen Ende der Sonden "Lunar Prospector" und "Smart-1" erprobt wurde.
Es geht darum, in den aufgewirbelten Materialien von der Mondoberfläche Spuren von Wassereis nachzuweisen. Der genaue Einschlagsort ist noch nicht festgelegt. Diskutiert wird aber unter anderem der Peary-Krater in der Nähe des Mondnordpols, wo frühere Sonden Hinweise auf Wasser gefunden haben wollen.
chs/dpa
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