Washington - Mit 13 Astronauten ist die Internationale Raumstation ISS zur Zeit so voll wie nie zuvor - und ausgerechnet in dieser Situation ist eine der beiden Toiletten an Bord ausgefallen.
Damit müssen sich die Raumfahrer nun streng aufteilen: Die siebenköpfige Besatzung des seit Freitag angedockten Space-Shuttles "Endeavour" besucht auf Anweisung der Nasa ihr eigenes stilles Örtchen, während die sechs Dauerbewohner der ISS das noch funktionierende zweite Klo in der Raumstation benutzen.
Die Bodenzentrale in Houston wies die Astronauten scherzend an, ein Schild mit der Aufschrift "Außer Betrieb" an die Klotür zu hängen. Die Toilette wurde in den USA gebaut, erst gegen Ende vergangenen Jahres mit einem Shuttle eingeflogen und hat sechs Millionen US-Dollar gekostet. Das zweite Klo an Bord stammt aus russischer Produktion.
Genaue Erkenntnisse über den Schaden an der Toilette gibt es bislang nicht. Spöttischen Medienberichten zufolge haben die Raumfahrtexperten der Nasa einen "Toilettenkrisenstab" mit russischen Kollegen gebildet.
Der belgische Astronaut Frank De Winne hat die defekte Einrichtung in Zusammenarbeit mit der Bodenzentrale inspiziert. Nach ersten Vermutungen der Nasa ist in der Anlage eine Pumpen-Trennvorrichtung überflutet worden.
Das Shuttle "Endeavour" hatte am Freitag eine Plattform zur ISS gebracht, die als Veranda am japanischen "Kibo"-Modul angebracht wurde. Die frischinstallierte Plattform soll dabei helfen, wissenschaftliche Experimente im freien Weltraum durchzuführen.
hut/dpa/Reuters
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