Cape Canaveral - Die sechs Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS erwarten Besuch. Am Dienstagmorgen um 07.36 Uhr deutscher Zeit soll in Cape Canaveral in Florida die Raumfähre "Discovery" zu einer 13-tägigen Reise ins Weltall starten. Wenn alles nach Plan läuft, wird sie am Donnerstag für knapp neun Tage an der ISS andocken. Zur Besatzung der "Discovery" werden sechs US- Astronauten der Nasa sowie der Schwede Christer Fuglesang gehören. Er fliegt für die europäische Weltraumorganisation Esa mit zur ISS.
Wichtigstes Ziel der Mission STS-128 ist der Transport von Ausrüstungsgegenständen und wissenschaftlichen Geräten zur ISS. Im Gepäck hat die "Discovery" unter anderem ein neues Labor und einen neuen Gefrierschrank zur Aufbewahrung von wissenschaftlichen Proben.
Für die Astronauten werden Lebensmittel, Kleidung, Wasser und ein zweites Fitnessgerät ins All geschickt. Das japanische Forschungsmodul "Kibo" bekommt Schlafkabinen. Zudem soll die NASA- Astronautin Nicole Stott ihren Kollegen Timothy Kopra als ständiges Mannschaftsmitglied der ISS ablösen.
Ausgiebige Tests der Schaumisolierung
Der Starttermin für das Shuttle war erst am vergangenen Mittwoch bestätigt worden. Die Nasa-Entscheidung für den 25. August fiel nach einer langwierigen gründlichen Untersuchung der Schaumisolierung am Außentank der Raumfähre. Der Grund: Beim Start der Raumfähre "Endeavour" am 15. Juli war eine ungewöhnlich große Menge Schaumstoff abgesprengt worden. Zwar waren die beim Aufprall auf den Hitzeschild des Shuttle entstandenen Schäden gering, aber die NASA wollte kein Risiko eingehen und vor der Startgenehmigung für die "Discovery" erst eine Reihe von Tests durchführen.
Für den einzigen Europäer an Bord der "Discovery" ist die Mission STS-128 bereits der zweite Raumflug. Fuglesang soll für den Betrieb des neuen Mehrzweck-Logistikmoduls namens "Leonardo" zuständig sein, in dem ein Großteil der neuen Ausrüstungsgegenstände untergebracht ist. Außerdem will er an zwei der drei geplanten Außenbordeinsätze teilnehmen. Der zur Langzeitbesatzung gehörende Esa-Astronaut Frank De Winne wird noch bis Ende November auf der ISS bleiben und von Oktober an das Kommando über die Station übernehmen.
Erst zum zweiten Mal in der ISS-Geschichte werden sich nach dem Andocken der "Discovery" 13 Astronauten in der Raumstation tummeln.
Beim ersten Mal im Juli war das zeitweise nicht ganz unproblematisch gewesen: Eines der beiden hochkomplexen Toilettensysteme gab seinen Geist auf. Bis das Problem behoben war, mussten sich die 13 Raumfahrer streng aufteilen: Die siebenköpfige Besatzung der "Endeavour" besuchte ihr eigenes stilles Örtchen, während die sechs Dauerbewohner der ISS das andere Klo benutzen durften.
mak/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Weltall | RSS |
| alles zum Thema Space Shuttle | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH