Apia - Die Wasserwand war beinahe ohne Vorwarnung gekommen. Am 29. September wurden die Samoa-Inseln und Tonga von einem Tsunami heimgesucht, nachdem sich zuvor ein schweres Seebeben im Pazifik ereignet hatte. Bei der Flutkatastrophe starben rund 200 Menschen, ganze Dörfer und Ferienanlagen wurden dabei von bis zu acht Meter hohen Flutwellen weggespült. Tausende von Menschen mussten nach der Flut in Zelten und unter notdürftig aufgespannten Plastikplanen leben, weil ihre Häuser in Strandnähe fortgerissen worden waren.
Schäden lassen sich auch gut auf einem Bild erkennen, das der Nasa-Satellit "Terra" aus 700 Kilometern Höhe gemacht hat. Die Falschfarbenaufnahme zeigt einen Küstenabschnitt auf Upolu, der östlichsten Insel von Samoa. Hier haben die Wassermassen ihre Spuren an der Vegetation hinterlassen. Normalerweise erscheint sie knallrot - und kontrastiert damit zum blauen Wasser sowie Gebäude, Wolken und den Wellen der Brandung, die weiß zu sehen sind.
In der Aufnahme vom 12. Oktober sind allerdings auch mehrere graue Bereiche zu sehen, in denen die natürliche Vegetation durch die Flutwelle zerstört wurde. Bis zu 300 Meter schwappten die Wassermassen ins Landesinnere. Weniger gut zu erkennen, aber durch Augenzeugenberichte belegt, sind außerdem schwere Schäden an Gebäuden in der Stadt Atua etwas links der Bildmitte. Bei Tafatafa, etwas weiter rechts im Bild, wurde außerdem durch Küstenerosion eine Straße beschädigt.
"Unser Volk ist an Tragödien und Trauer gewöhnt. Wir sind immer darauf vorbereitet. Und das Ende dieser Tragödie bedeutet letztlich nur den Beginn der Vorbereitungen auf die nächste Tragödie", sagte Tuila'epa Sailele Malielegaoi, der Regierungschef von Samoa bei der Trauerfeier für die Opfer. Und in der Tat: Vor wenigen Tagen wurden die Bewohner der Insel schon wieder daran erinnert, in welch seismisch aktiver Umgebung sie leben.
Am Donnerstag bebte die Erde schon wieder. Der Geologische Dienst der USA registrierte Erdstöße der Stärke 6,0 auf der Richterskala am Ozeanboden, 365 Kilometer westlich der Inselhauptstadt Apia. Die Forscher lokalisierten das Beben in nur zehn Kilometern Tiefe.
chs/Reuters/AFP
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