Darmstadt - Schon 4,5 Milliarden Kilometer hat " Rosetta" zurückgelegt, doch es sollen noch einige mehr werden. Dazu hat sich die in Deutschland gebaute Raumsonde am Freitagmorgen neuen Schwung geholt - mit einem Vorbeiflug an der Erde. Nach Angaben der Europäischen Raumfahrtorganisation (Esa) flog "Rosetta" in 2500 Kilometern Abstand leicht südlich der indonesischen Insel Java über den Indischen Ozean - mit 48.000 Kilometer pro Stunde, relativ zur Erde.
Bereits im März 2005 und November 2007 hatte "Rosetta" die Anziehungskraft der Erde genutzt, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Auch am Mars hatte sich die drei Tonnen schwere Sonde im Jahr 2007 einmal Schwung geholt. Im Frühjahr 2014 soll sie den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko erreichen, irgendwo zwischen dem Mars und dem Jupiter. Dann soll die Sonde den Kometen umkreisen und kartieren.
Die Europäer lassen sich dieses kosmische Rendezvous immerhin eine Milliarde Euro kosten. Denn die 2004 gestartete Mission mit insgesamt elf Instrumenten hat es in sich: Erstmals soll mit "Philae" ein Landegerät auf einem Kometen ausgesetzt werden. Das ist besonders schwierig, weil das Gerät wegen der geringen Schwerkraft des Kometen beim kleinsten technischen Problem abprallen und in den Weiten des Alls verschwinden könnte.
Bevor "Rosetta" ihr Ziel erreicht, wird sie im kommenden Jahr noch am Asteroiden Lutetia vorbeifliegen. Den 100-Kilometer-Brocken soll die Sonde im Juli 2010 in etwa 3000 Kilometern Entfernung passieren. Vor gut einem Jahr war "Rosetta" bereits am Asteroiden Steins vorbeigeflogen. Mit 800 Kilometern lag der Abstand damals sogar noch deutlich niedriger.
chs/dpa
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