Reiner Sauerstoff durchströmt den überlebenswichtigen Druckanzug. Sensoren auf Shepards Haut messen Puls, Blutdruck, Körpertemperatur. Eine Kamera hat ihn ständig im Blick. Kein Knopf, kein Hebel, keine Wand ist weiter als eine knappe Armlänge entfernt.
An der Instrumententafel klebt eine Notiz. "Hier kein Handball spielen", steht darauf. Shepard grinst noch über diesen Scherz seines Kollegen John Glenn, als der den Kopf durch die offene Einstiegsluke von "Freedom 7" steckt. "Bis nachher", sagt er und gibt Glenn den Zettel zurück.
Dann wird die Luke geschlossen.
Alan Shepard, 37, Testpilot, Astronaut und schon bald der erste Amerikaner im Weltraum, ist allein.
Wettrennen um die Vorherrschaft im All
Es ist 7.14 Uhr Ortszeit auf der Cape Canaveral Air Force Station von Merritt Island, Florida. In den USA fiebern an diesem Freitagmorgen 45 Millionen TV-Zuschauer dem Start von "Mercury-Redstone 3", so die offizielle Bezeichnung der Mission, entgegen.
John F. Kennedy verfolgt die Vorbereitungen zum liftoff rund 1.200 Kilometer entfernt im Weißen Haus am Bildschirm. Für den Präsidenten hängt von einem Gelingen des Projekts viel ab.
Er ist fest entschlossen, die in der Raumfahrttechnik führende Sowjetunion zu überholen. Im Wettrennen um die Vorherrschaft im All gleicht Shepards Flug einem Startschuss; das Ziel aber kennen bis zu diesem Tag nur ein paar Eingeweihte.
Noch 15 Minuten bis zum Start: Shepard, seit fast zwei Stunden in der Raumkapsel, wirft einen Blick auf die Countdown-Anzeige - und sieht, wie sie stoppt. Das Licht, das von draußen durch zwei kleine bullaugenförmige Fenster in die Kapsel fällt, wird schwächer: Wolken ziehen auf und verdunkeln den Himmel.
Wegen der schlechten Sicht für Fotografen und Überwachungskameras setzt das Kontrollzentrum den Countdown aus - nichts soll die Qualität der Bilder mindern, nichts deren Propagandawirkung stören.
In 40 Minuten seien die Wolken vorbeigezogen, melden die Meteorologen.
Vorbereitungen zur Raumfahrt - direkt nach dem Zweiten Weltkrieg
Die Voraussetzungen für diesen Start sind schon lange zuvor geschaffen worden: am Ende des Zweiten Weltkriegs - und in Deutschland.
Im Mai 1945 stellt sich in Bayern eine Gruppe deutscher Wissenschaftler den vorrückenden Amerikanern, darunter der Raketenspezialist Wernher von Braun, Schöpfer der "Vergeltungswaffe" V2, sowie mehr als 100 seiner Mitarbeiter.
Die US Army nimmt die Überläufer auf. Dass die Deutschen Mitglieder der NSDAP waren, ist den Militärs nicht wichtig - sie sind am Know-how der Forscher interessiert. 1955 erhält Wernher von Braun die US-Staatsbürgerschaft.
Zwei Jahre später beauftragt die Air Force einen wissenschaftlichen Beraterstab mit einer Studie über die militärischen Möglichkeiten der Raumfahrttechnik. Doch noch ehe die Arbeit fertiggestellt ist, startet am 4. Oktober 1957 ein sowjetischer Satellit ins All, "Sputnik 1". Ein Schock.
Die Mission der Nasa: einen Mann ins All schicken
Erst Monate später, am 31. Januar 1958, können die USA ihren ersten Satelliten in den Orbit schießen: "Explorer 1", bestückt mit einem Detektor zur Messung der kosmischen Strahlung.
Noch im Juli 1958 unterzeichnet Präsident Eisenhower ein Gesetz zur Gründung der "National Aeronautics and Space Administration" und überträgt die Verantwortung für die Eroberung und Erforschung des Weltraums so erstmals einer zivilen Behörde.
Die Forschergruppe um Wernher von Braun, die für das Weltraumprogramm der Army gearbeitet und unter anderem die Redstone-Mittelstreckenrakete entwickelt hat, wird der Nasa unterstellt.
Der Auftrag an die Nasa: einen Menschen ins All zu schicken. Und so beginnt im Januar 1959 die Suche nach Astronauten für das "Projekt Mercury" - das bemannte Raumfahrtprogramm.
Welcher Mensch kann die Schwerelosigkeit überleben?
Unter höchster Geheimhaltung werden Kandidaten gesucht. Die Anforderungen: zwischen 25 und 39 Jahre alt, nicht größer als 1,80 Meter, exzellente Konstitution, Ingenieursstudium und Ausbildung als militärischer Testpilot; mindestens 1.500 Stunden Flugerfahrung auf Hochleistungsjets.
110 Kandidaten erfüllen die Kriterien. Nach zahlreichen Tests bleiben sieben Piloten übrig, darunter Alan Shepard, John Glenn und Deke Slayton.
Sie nennen sich die "Mercury Seven". Sie sind kerngesund, mutig und patriotisch. Am 9. April 1959 werden sie auf einer Gala-Veranstaltung der Presse präsentiert. Blitzlichtgewitter. Heldenverehrung.
Im Rausch der Begeisterung werden die wichtigsten Fragen an diesem Tag aber gar nicht gestellt: Kann ein Mensch die Schwerelosigkeit überleben? Wie teuer ist das Projekt?
Vor allem aber: Was kommt danach?
Nur auf die dritte Frage gibt es bald schon eine Antwort.
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Natürlich haben sie völlig recht, aber wir diskutieren nun mal im Jahr 2010. Und da könnte man sich doch dazu durchringen das Ganze ein wenig anders zu sehen? mehr...
Zur Zeit der ersten Mondlandung gab es etwa drei Milliarden Menschen auf der Erde welche für fast alle immer noch wie eine flache Scheibe schien die es zu beherrschen (oder eher auszubeuten) galt. Darüber hinaus gab es nichts [...] mehr...
, wurzelloser Kosmopoliten und anderer Gutmenschen. mehr...
Sehr gut, die Darstellung der Toleranzgrenzen.:-) mehr...
Es gibt sehr viele anständige, wahrhaftige und kluge Amerikaner. Ich möchte sie nicht missen. mehr...
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