Washington - Es ist wohl ein Zufall, dass die zwei Dinge beinahe gleichzeitig bekannt werden - und doch illustrieren sie meisterhaft die Diskrepanz von glorreicher Vergangenheit und eher trostloser Zukunft der amerikanischen Raumfahrt. Erstens: Die USA wollen ihre Pläne für eine Rückkehr zum Mond offenbar zu den Akten legen. Und zweitens: Eine kalifornische Behörde hat den Landeplatz von "Apollo 11" auf dem Mond unter Denkmalschutz gestellt - als ersten Schritt auf dem Weg zur Anerkennung der Stelle als Unesco-Weltkulturerbe.
Die State Historical Resources Commission in Kalifornien sprach sich am Freitag für den ungewöhnlichen Schritt aus, für den sich Wissenschaftler und Museumsmitarbeiter stark gemacht hatten. Mehrere US-Bundesstaaten haben sich zu einer Initiative zusammengeschlossen, die den Landeplatz im sogenannten Meer der Ruhe zunächst zur "National Historic Landmark" und schließlich zum Weltkulturerbe machen wollen. Dort war die Landefähre "Eagle" der "Apollo 11"-Mission am 20. Juli 1969 mit den Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin auf dem Mond aufgesetzt.
Der Status als "State Historical Resource" ist in diesem Bemühen der erste Schritt. Texas, New Mexico, Georgia und Florida wollen dem Beispiel Kaliforniens nun angeblich folgen. Genaugenommen stehen nur die menschlichen Hinterlassenschaften unter Schutz - 106 Objekte, inklusive Fäkalienbeuteln, Speitüten und wissenschaftlichen Gerätschaften. Größtes Objekt ist die unterste Stufe der Landefähre, die bei der Rückkehr der beiden Astronauten aus Gewichtsgründen auf dem Mond blieb.
"Das ist kein Witz. Ich wiederhole Houston, kein Witz"
Die Beschränkung des Schutzes auf die Gegenstände hat übrigens handfeste Gründe: Völkerrechtlich darf kein Anspruch auf den Mond oder andere Himmelskörper erheben. "Das ist kein Witz. Ich wiederhole Houston, kein Witz", spottet die "New York Times" über den Vorstoß. Und in der Tat mag man sich fragen, welches Ziel die Kalifornier mit ihrer Schutzentscheidung verfolgen. In ihrer Begründung verweisen die Denkmalwächter unter anderem darauf, dass die Landestelle eines Tages von Besuchern durcheinandergebracht werden könnte.
Woher diese Besucher kommen könnten ist dabei unklarer als jemals zuvor. US -Präsident Barack Obama will nämlich das Ziel bemannter US-Weltraumflüge zum Mond aufgeben. Aus dem Weißen Haus ist zu hören, dass das "Constellation"-Programm der Nasa de facto tot ist. Es war von Obamas Vorgänger Georg W. Bush gestartet worden, mit dem Ziel, bis zum Jahr 2020 erneut US-Astronauten zum Mond zu bringen. Offiziell soll die Entscheidung am Montag bei der Vorstellung des Haushaltsplans für 2011 im Kongress verkündet werden.
US-Amerikaner werden die Landestelle also wohl vorerst nicht durcheinanderbringen. Und sollte wiederum die Konkurrenz aus China eines fernen Tages Menschen auf den Mond schicken, dann hätte die Nasa einige Probleme auf die Einhaltung der US-Denkmalschutzregeln zu pochen.
chs/AFP/AP/Reuters
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Siehe #68, Auflösungsvermögen. Das ist der Grund. Man müsste ein Fernrohr im Weltraum mit mehreren hundert bis tausend m Durchmesser bauen, um Objekte von weniger als 1m Durchmesser erkennen zu können. Objekte, die kleiner sind, [...] mehr...
Wie immer man zu diesem Thema stehen mag: Ein Weltkulturerbe sollte man auch in natura ansehen können. Das ist jedenfalls meine Meinung. Welchen Sinn würde die Vergabe eines solchen Titels ansonsten machen ? Eine Erbe lebt doch [...] mehr...
BIP ist natürlich Quatsch, gemeint war 0.5% des US-Haushalts. Siehe auch http://en.wikipedia.org/wiki/NASA_Budget, Tabelle, 2010: 0,52%; es waren in den 60ern zweimal sogar mehr als 5%! mehr...
Abwarten, in zwei-, dreihundert Jahren bestimmt. Na ja, zunächst ist es ja nicht unser Geld, sondern das der Amerikaner :-) Es ist auch völlig klar, dass die Kosten der bemannten Raumfahrt in einem wesentlich ungünstigeren [...] mehr...
Na, also wenigstens schon mal nicht mehr in strengst abgeschirmten Hollywood-Studios. Wir machen Fortschritte. Dessen ungeachtet spricht aus Ihnen doch bloß Neid. Für den es keinen Grund gibt. Wohl wahr, das Mare Tranquillitatis [...] mehr...
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