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09.02.2010
 

Astronauten-Beförderung

Russen wollen mehr Geld für Taxi-Service ins All

"Sojus"-Kapsel an der ISS (im Juli 2009): Zur russischen Raumfahrtentwicklung beitragenZur Großansicht
REUTERS

"Sojus"-Kapsel an der ISS (im Juli 2009): Zur russischen Raumfahrtentwicklung beitragen

Russland will den Preis für seine Zubringerflüge zur Internationalen Raumstation massiv erhöhen. Und weil die Nasa ihre Space Shuttle bald ins Technikmuseum abgeben wird, werden die Amerikaner die Forderung wohl auch erfüllen müssen.

Moskau - Monopolisten auf einem bestimmten Markt können dort die Preise bestimmen, so einfach ist das. Und so lange sie es dabei nicht übertreiben, haben sie auch gute Chancen, dass die Kunden Preiserhöhungen mitmachen. Russland will nun aus der geplanten Ausmusterung der Space-Shuttle-Flotte der USA Profit schlagen. In Zukunft sollen Flüge von US-Astronauten mit russischen "Sojus"-Kapseln deswegen deutlich teurer werden.

Nach Auslaufen des bislang gültigen Abkommens im Jahr 2012 müsse sich die Preisstruktur für die "Sojus"-Flüge vollständig ändern, sagte der Leiter der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Anatoli Perminow, laut Nachrichtenagentur Interfax. Die neuen Preise sollten nicht nur die Transportkosten decken, sondern auch zur Entwicklung der russischen Raumfahrtindustrie beitragen. Darüber wolle er beim kommenden Treffen der Chefs der Raumfahrtbehörden in Tokio sprechen.

Roskosmos und die Nasa hatten im vergangenen Mai ein Abkommen für den Transport der US-Astronauten zur ISS unterzeichnet. Es umfasst die Jahre 2010 und 2011 - und legt den Gesamtpreis für diese Zeit auf 306 Millionen Dollar fest. Wie teuer die Flüge danach werden sollen, sagte Perminow nicht.

Den USA wird aber zumindest für einige Zeit kaum etwas anderes übrig bleiben, als die russischen Zusatzforderungen zu erfüllen. Die Nasa will die altersschwachen Space Shuttle Ende des Jahres einmotten. Der Start der Raumfähre "Endeavour" am Montag war der fünftletzte überhaupt. Gleichzeitig hat US-Präsident Barack Obama das "Constellation"-Programm, das eigentlich den Shuttle-Nachfolger hervorbringen sollte, inzwischen gestoppt..

Private US-Firmen, zum Beispiel das Unternehmen Space-X oder ein Bündnis aus Boeing und Bigelow Aerospace, sollen alternative Transportangebote zur ISS ausarbeiten. Doch das wird dauern - und zumindest solange haben die Russen relativ freie Hand bei der Preisgestaltung. Immerhin haben die Amerikaner zugesagt, den Betrieb der Internationalen Raumstation bis zum Jahr 2020 zu unterstützen.

chs/dpa/AFP

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