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17.02.2010
 

Aussichtskuppel auf der ISS

Komm rein und schau raus!

Besatzungsmitglieder der ISS dürfen ab jetzt hin und wieder entspannen: In der neuen Panoramakugel sollen sie den atemberaubenden Blick auf die Erde genießen. In der Nacht komplettierten die Astronauten das amerikanische Segment der Raumstation. Doch für den Ausblick gelten strenge Regeln.


Washington - Mit dem Song "Window on the world" - Fenster zur Welt - von Jimmy Buffett war die Besatzung der Raumfähre "Endeavour" vom Kontrollzentrum geweckt worden. Um 6.25 Uhr deutscher Zeit am Mittwochmorgen öffnete dann der Shuttlepilot Terry Virts die erste von sieben Fensterluken des kosmischen Aussichtspunkts "Cupola". Dabei bot sich den Astronauten ein atemberaubender Blick durch die sieben Fenster auf die Erde, das Weltall und die Station selbst.

In den Stunden zuvor hatten die US-Astronauten Robert Behnken und Nicholas Patrick bei ihrem dritten und letzten Ausstieg die Montage des Observationsmoduls ebenso erfolgreich zu Ende gebracht wie die des Verbindungsknotens "Tranquility". Die Panoramakuppel hatte der Crew zuletzt Probleme bereitet, weil sie sich wegen eines falsch montierten Teils zunächst nicht wie geplant an ihrem vorgesehenen Platz installieren ließ. Die Schwierigkeiten konnten dann aber behoben werden.

Mit der Integration der beiden mehr als 13,5 Tonnen schweren Bauteile ist auch die ISS zu über 90 Prozent fertig. Mindestens bis zum Jahr 2020 soll die Station nun betrieben werden. Das amerikanische Segment ist bereits komplett. Jetzt fehlen nur noch drei russische Module. Das erste, das kleine Forschungsmodul ("MIM 1"), soll schon im Mai auf die Umlaufbahn gebracht werden, die beiden anderen folgen bis 2015.

"Tranquility" beherbergt die modernsten Lebenssicherungs- und Kontrollsysteme der Station und erweitert zudem deren Lebensraum erheblich. Hier trainieren die Astronauten auch für die Wiederanpassung an die Erdanziehungskraft.

In der Hightech-Röhre bisher nur begrenzter Ausblick nach draußen

"Cupola" dient als Kontrollstation für den kanadischen Roboterarm, für die Beobachtung des Weltraums - und auch zur psychologischen Unterstützung der Langzeitbesatzungen. Denn die hatten bisher in der riesigen Hightech-Röhre nur einen begrenzten Ausblick nach draußen.

Nach Auskunft der italienischen Hersteller können bei "Cupola" wegen der enormen thermischen Belastung und aus Sicherheitsgründen nur die Luken von drei Fenstern gleichzeitig geöffnet werden. Nach Nasa-Angaben sollen die Astronauten die beiden hinteren Seiten- und das "Dachfenster" zur Entspannung nutzen. Die Fenster in Flugrichtung sollen hingegen dienstlichen Zwecken vorbehalten bleiben - also der Arbeit mit dem Roboterarm und Experimenten. So sollen die empfindlichen Spezialgläser, die auf eine Lebensdauer von zehn Jahren ausgelegt sind, weitgehend vor Beschädigung durch Mikrometeoriten geschützt werden.

Die Raumfähre "Endeavour" hatte "Tranquility" und "Cupola" am Mittwoch vergangener Woche zur ISS gebracht. Inzwischen wurde die ursprünglich auf 13 Tage anberaumte Mission um einen Tag verlängert. Damit will die Nasa Zeit gewinnen, um ein Abwasseraufbereitungssystem in "Tranquility" zu installieren. Der Shuttle koppelt in der Nacht zum Samstag deutscher Zeit von der ISS ab und kehrt am kommenden Montag zur Erde zurück.

Nach der Rückkehr der "Endeavour" sind noch vier weitere Shuttleflüge geplant. Im September werden die drei verbliebenen Raumfähren dann eingemottet - zumindest, wenn die Nasa bei ihrem bisherigen Zeitplan bleibt.

chs/ddp/dpa

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