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07.07.2010
 

Pannenmission

Toilette auf Raumstation ISS außer Betrieb

Astronaut: Schwierigkeiten bei irdischen Bedürfnissen im Orbit.Zur Großansicht
AFP

Astronaut: Schwierigkeiten bei irdischen Bedürfnissen im Orbit.

Pannenmission statt Routineeinsatz im All: Nachdem am Wochenende ein Versorgungsschiff die Internationale Raumstation um drei Kilometer verfehlt hatte, kämpfen die Astronauten auf der ISS nun mit sanitären Problemen. Ihr 15 Millionen Euro teures Klo streikt.

Auf dem Außenposten der Menschheit 350 Kilometer über der Erde häufen sich derzeit die Pannen. Erst verfehlte ein unbemannter Raumtransporter die Internationale Raumstation ISS, jetzt ist eine der Toiletten defekt. Wegen der Störung des 15 Millionen Euro teuren Klos im amerikanischen Teil der ISS müssten die US-Astronauten "öfter als sonst" zum WC im russischen Modul. Das sagte ein Mitarbeiter des Flugleitzentrums bei Moskau am Dienstag nach Angaben der Agentur Ria Nowosti.

Sollte auch das russische Örtchen kaputt gehen, bestehe aber kein Grund zur Sorge: Für den Fall der Fälle verfügt die ISS neben den Standard-Toiletten noch über je ein chemisches Not-Klo in den beiden "Sojus"-Raumschiffen, die als "Rettungsboote" an der Station angedockt sind.

Die Ursache für die Störung sei bislang nicht bekannt. Das Klo ist mit jenem im russischen Modul identisch. Allerdings sei sie um ein "hochkompliziertes" amerikanisches Untersystem für die Umwandlung von Urin in Trinkwasser ergänzt worden, das noch einmal 250 Millionen Dollar gekostet habe.

Dieses System sei in der Vergangenheit schon mehrfach ausgefallen. Diesmal allerdings liege der Fehler im russischen Teil der Anlage, stellte ein Experte der US-Raumfahrtbehörde Nasa klar. Die Toilette im US-Teil der ISS war bereits im Januar defekt gewesen, weil das angeschlossene Aufbereitungssystem eine ungewöhnlich hohe Kalzium-Konzentration nicht verarbeiten konnte. Die US-Raumfähre "Endeavour" musste seinerzeit Ersatzteile mit ins All bringen. Alle Toiletten an Bord stammen aus russischer Produktion.

Die Störung ist das zweite Ärgernis für die Raumfahrer innerhalb von wenigen Tagen: Am Wochenende konnte das russische Versorgungsschiff "Progress 38" überraschend erst im zweiten Versuch an der ISS ankoppeln - TV-Signale störten die Systeme. Das unbemannte russische Versorgungsschiff "Progress 38" flog etwa drei Kilometer an der ISS vorbei, statt wie geplant anzudocken. "Der Transporter hat nicht gestoppt", funkte der russische ISS-Kommandant Alexander Skworzow zur Erde.

boj/dpa/ddp

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