ThemaSatellitenbild der WocheRSS

Alle Kolumnen

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
31.07.2010
 

Satellitenbild der Woche

Rauch über Russland

Rauchschwaden bei Moskau: Temperaturen wie seit mindestens 160 Jahren nicht mehrZur Großansicht
ESA

Rauchschwaden bei Moskau: Temperaturen wie seit mindestens 160 Jahren nicht mehr

Gluthitze, seit Wochen schon: Russland hat derzeit mit einer schweren Trockenheit zu kämpfen. Aus dem All ist zu erkennen, wie dramatisch die Waldbrand-Situation in der Region um Moskau mittlerweile ist.

Moskau - Seit mehr als einem Monat ächzen weite Teile Russlands unter einer Jahrhunderthitze. In vielen Regionen des Landes liegen die Temperaturen um 35 Grad. Von Regen ist nichts zu spüren, auch in Moskau und Umgebung. Dort war es am Donnerstag mit 38,2 Grad so heiß wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 160 Jahren.

Die Dürre hat bereits große Teile der Ernte vernichtet. Die Regierung spricht von Schäden in Milliardenhöhe. Dazu kommen Brände wegen der extremen Trockenheit. Dieses Bild des Esa-Satelliten "Envisat", aufgenommen am Donnerstag, zeigt Feuer in einem Gebiet östlich von Moskau. Torfgebiete und Waldstücke brennen. In den Vororten der Hauptstadt sind dadurch bereits Dutzende Gebäude zerstört worden.

Gut zu sehen ist auch, wie die Rauchwolken die Luftqualität verschlechtern. Zusammen mit dem normalen Großstadtmief sorgt das für einen gefährlichen Cocktail. Die Luftverschmutzungswerte in Moskau liegen nach Esa-Angaben bis zu zehnmal höher als normal. Die Umweltbehörden sind besorgt über den Anstieg von giftigem Kohlenmonoxid und anderen Schadstoffen in der Luft.

Doch nicht nur das: Landesweit haben die Waldbrände schon mindestens acht Menschen das Leben gekostet. Dutzende weitere wurden verletzt, als mehr als 1100 Häuser in Flammen aufgingen. Russland Präsident Dmitri Medwedew ordnete an, zusätzliche Löscheinheiten mobil zu machen. Nach Angaben von Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu sind jetzt schon rund 240.000 Menschen zur Brandbekämpfung eingesetzt.


In der Region Nischni Nowgorod, etwa 400 Kilometer östlich von Moskau, ist die Lage besonders schlimm. Nach Schätzungen brannten allein dort mehr als 800 Häuser in Dörfern nieder. Viele Menschen haben Brandverletzungen und Rauchvergiftungen erlitten. Besonders hart traf es das Dorf Werchnjaja Wereja nahe Nischni-Nowgorod. Dort brannten alle 341 Häuser völlig nieder (siehe Fotostrecke).

chs/dpa/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Weltall
alles zum Thema Satellitenbild der Woche

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP