Moskau - Seit mehr als einem Monat ächzen weite Teile Russlands unter einer Jahrhunderthitze. In vielen Regionen des Landes liegen die Temperaturen um 35 Grad. Von Regen ist nichts zu spüren, auch in Moskau und Umgebung. Dort war es am Donnerstag mit 38,2 Grad so heiß wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 160 Jahren.
Die Dürre hat bereits große Teile der Ernte vernichtet. Die Regierung spricht von Schäden in Milliardenhöhe. Dazu kommen Brände wegen der extremen Trockenheit. Dieses Bild des Esa-Satelliten "Envisat", aufgenommen am Donnerstag, zeigt Feuer in einem Gebiet östlich von Moskau. Torfgebiete und Waldstücke brennen. In den Vororten der Hauptstadt sind dadurch bereits Dutzende Gebäude zerstört worden.
Gut zu sehen ist auch, wie die Rauchwolken die Luftqualität verschlechtern. Zusammen mit dem normalen Großstadtmief sorgt das für einen gefährlichen Cocktail. Die Luftverschmutzungswerte in Moskau liegen nach Esa-Angaben bis zu zehnmal höher als normal. Die Umweltbehörden sind besorgt über den Anstieg von giftigem Kohlenmonoxid und anderen Schadstoffen in der Luft.
Doch nicht nur das: Landesweit haben die Waldbrände schon mindestens acht Menschen das Leben gekostet. Dutzende weitere wurden verletzt, als mehr als 1100 Häuser in Flammen aufgingen. Russland Präsident Dmitri Medwedew ordnete an, zusätzliche Löscheinheiten mobil zu machen. Nach Angaben von Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu sind jetzt schon rund 240.000 Menschen zur Brandbekämpfung eingesetzt.
chs/dpa/AFP
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