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23.08.2010
 

Neue Datierung

Sonnensystem ist älter als angenommen

Foto: NASA / JPL-Caltech / T. Pyle / DDP

Unser Sonnensystem ist älter als vermutet: Es hat bis zu zwei Millionen Jahre mehr auf dem Buckel. Das zeigen Metallstückchen in einem Meteoriten. Das Beweisstück ist ein Zeitzeuge der Geburt unserer kosmischen Heimat - es wurde jüngst in Marokko gefunden.

Paris - Entstanden ist unser Sonnensystem aus einer rotierenden Wolke. Vor allem Wasserstoff und Helium gab es darin - und vergleichsweise wenige Staubteilchen mit schwereren Elementen. Diese stammten wohl aus der Explosion von Sternen ganz in der Nähe unserer kosmischen Heimat. Die Wolke kondensierte allmählich aufgrund der Gravitation - der Vorläufer der Sonne entstand, dazu die Planeten.

Doch wie alt ist unsere kosmische Heimat eigentlich? Wichtigstes Hilfsmittel der Astronomen bei der Antwort auf diese Frage sind Meteoriten. In manchen von ihnen finden sich sogenannte Calcium-Aluminium-Einschlüsse. Und die, so die herrschende Meinung, weisen auf die Frühzeit des Sonnensystems hin - weil die Verbindungen mit als erstes aus der protoplanetaren Wolke auskondensiert sein dürften.

Wer nun die Einschlüsse mit Hilfe der sogenannten Uran-Blei-Methode präzise datieren kann, der weiß, wie alt das Sonnensystem tatsächlich ist. Und genau das haben Audrey Bouvier und Meenakshi Wadhwa von der Arizona State University getan. Im Fachmagazin "Nature Geoscience" berichten sie nun davon, dass unsere kosmsiche Heimat nach ihren Kalkulationen bis zu zwei Millionen Jahre älter ist als bislang angenommen.

Die beiden Wissenschaftler hatten sich einen knapp anderthalb Kilogramm schweren Meteoriten angesehen, der im Jahr 2004 in der Wüste von Marokko gefunden worden war. Der Brocken mit dem Namen NWA 2364 gehört zu den Chondriten, der häufigsten Meteoritenklasse. Was ihn besonders macht, sind die gut erhaltenen Einschlüsse. Sie erlaubten eine deutlich präzisere Datierung als das bisher häufig verwendete Material des Meteoriten Allende, berichten Bouvier und Wadhwa. Dieser Brocken war 1969 in Mexiko gefunden worden.

Das Problem: Der Allende-Meteorit wurde nach seiner Entstehung mindestens noch einmal aufgeschmolzen und abgekühlt. Bei dem nun untersuchten Chondriten sei das hingegen nicht der Fall gewesen, berichten die Forscher. Bei der Datierung - sie zeigt, in welchem Maße sich die Uran-Isotope 238 und 235 durch radioaktiven Zerfall in die Blei-Isotope 207 und 206 umgewandelt haben - habe man ein Alter von etwa 4,45682 Milliarden Jahren errechnet. Demnach müsste das Sonnensystem zwischen 300.000 bis 1,9 Millionen Jahre älter sein als bislang angenommen.

chs/afp

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