Kometen, die der Erde nahe genug kommen, um mit bloßem Auge am Nachthimmel sichtbar zu sein, sind schon selten genug. Doch "Lulin" ist noch exotischer: Er leuchtet grün. Der Grund dafür ist nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa, dass "Lulin"- wie viele andere Kometen auch - Zyan enthält. Zudem komme in seiner Atmosphäre auch zweiatomiger Kohlenstoff vor, der ebenfalls grün leuchte, wenn er im Weltraum von der Sonne angestrahlt werde.
"Lulin" am 1. Februar: In einigen Tagen könnte der Komet mit bloßem Auge zu erkennen sein
Das lehre die Erfahrung, denn dergleichen ist bereits passiert: 1910 verbreiteten Astronomen mit der Vorhersage, die Erde werde durch den zyanreichen Schweif des Kometen "Halley" fliegen, Angst und Schrecken. Doch die feinen Partikel konnten die dichte Atmosphäre der Erde nicht durchdringen - und selbst wenn sie es getan hätten, hätten die relativ geringe Menge an Zyan kaum Schaden angerichtet.
Gegenwärtig ist "Lulin" - benannt nach dem taiwanesischen Observatorium, das ihn zuerst beobachtet hat - nur mit Hilfe von Teleskopen sichtbar. Italienische Astronomen haben kürzlich beobachtet, wie er einen Teil seines Plasma-Schweifs verloren hat. Zur größten Annäherung an die Erde kommt es am 24. Februar: "Lulin" wird dann am südlichen Himmel im Sternbild Löwe in der Nähe des Saturns zu sehen sein.
Offen ist, wie viele Erdlinge dann in den Genuss kommen werden, "Lulin" mit bloßem Auge zu beobachten. Bisherigen Schätzungen zufolge könnte die maximale Helligkeit ausreichen, um den Kometen bei völliger Dunkelheit in ländlichen Gegenden zu sehen. Sicher wissen könne man das nach Angaben der Nasa aber nicht: Da "Lulin" anscheinend zum ersten Mal das innere Sonnensystem besuche und deshalb erstmals intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt sei, könne es auch zu Überraschungen kommen.
mbe/dpa
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