2009 DD45: Neu entdeckter Asteroid raste dicht an der Erde vorbei

Glück gehabt: Mit einem Abstand von gerade einmal 70.000 Kilometern hat ein kleinerer Asteroid die Erde passiert. Er war erst kurze Zeit zuvor überhaupt entdeckt worden.

Berlin - Der erst am vergangenen Freitag entdeckte kosmische Kleinkörper 2009 DD45 passierte die Erde am Montagnachmittag mit einem Abstand, der gerade mal einem Fünftel der Entfernung zum Mond entspricht. Die Gefahr eines Einschlags auf unserem Planeten bestand jedoch nicht. Forscher schätzen den Durchmesser des Brockens auf 21 bis 47 Meter, wie die US-Weltraumbehörde Nasa mitteilte.

Damit wäre er etwa so groß wie der Asteroid, der mit dem sogenannten Tunguska-Ereignis vom 30. Juni 1908 in Zusammenhang gebracht wird. Damals wurden in Sibirien 80 Millionen Bäume auf mehr als 2000 Quadratkilometern umgeknickt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Brocken dieser Größe etwa alle tausend Jahre mit der Erde kollidiert. Erst im vergangenen Oktober war ein - allerdings deutlich kleinerer - Asteroid als Feuerball über dem Sudan niedergegangen. Dieser Brocken mit wenigen Metern Durchmesser war erst einen Tag zuvor entdeckt worden. Zum ersten Mal war es Astronomen aber gelungen, die Kollision eines Asteroiden mit der Erde überhaupt vorherzusagen.

Nun der knappe Vorbeiflug: Von der Erde aus gesehen zog 2009 DD45 bei seiner größten Annäherung als nur in Teleskopen erkennbares Lichtpünktchen durch das Sternbild Jungfrau, das in unseren Breiten zu diesem Zeitpunkt weit unter dem Horizont stand. "Asteroiden der Größe von 2009 DD45 ziehen ziemlich regelmäßig an der Erde vorbei", sagte der Planetologe Alan Harris vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Zu einer Kollision kommt es nur selten."

Kleinere Asteroiden wie 2009 DD45 gibt es im All demnach deutlich häufiger als die großen Brocken mit Durchmessern von mehreren hundert Metern oder gar im Kilometerbereich. "Je kleiner die Objekte sind, desto mehr davon gibt es", sagte der DLR-Wissenschaftler. "Bei den kleineren Brocken handelt es sich um Bruchstücke von Kollisionen, die sich im Hauptasteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter abgespielt haben."

Kosmische Geschosse mit einem Durchmesser von bis zu 50 Metern verglühen je nach ihrer Zusammensetzung in der Regel in der Erdatmosphäre. "Größere können auf jeden Fall gefährlich werden", unterstrich Harris. Mit dem Einschlag eines Ein-Kilometer-Brockens ist laut Nasa einmal im mehreren hunderttausend Jahren zu rechnen. Seit Jahren nehmen Astronomen die Umgebung der Erde genau unter die Lupe, um Asterioden auf dem Anflug möglichst frühzeitig zu entdecken. Doch gerade kleinere Exemplare unter den genannten erdnahen Objekten sind nur mit kurzer Vorwarnzeit zu entdecken. Das zeigt auch das Beispiel 2009 DD45.

Einschläge von Asteroiden oder Kometen sind ausgesprochen selten, in der langen Geschichte des Sonnensystems aber dennoch nichts Ungewöhnliches. Dies beweist ein Blick auf die kraterzerfurchten Oberflächen von Mond, Merkur und Mars. Auch auf der Erde gab es schwere Einschläge: So donnerte vor 15 Millionen Jahren ein kilometergroßer Brocken auf die Schwäbische Alb herab und hinterließ einen Krater, der heute als Nördlinger Ries bekannt ist. Vor 65 Millionen Jahren schlug ein etwa zehnmal so großer Asteroid auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán ein.

chs/AFP

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