Gesteinsbrocken aus dem All Asteroid 2018 CB nähert sich der Erde

In der Nacht auf Samstag wird ein Asteroid an der Erde vorbeifliegen. Das Objekt wurde gerade erst entdeckt, es kommt uns deutlich näher als der Mond.

NASA/JPL-Caltech


Ein erst am Wochenende entdeckter Asteroid soll am Freitag relativ nah an der Erde vorbeifliegen. Der Himmelskörper namens "2018 CB" solle um 23:30 Uhr in einer Entfernung von rund 64.000 Kilometern unseren Planeten passieren, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Diese Entfernung entspricht weniger als einem Fünftel der Strecke zwischen Erde und Mond.

Der Asteroid wird auf einen Durchmesser zwischen 15 und 40 Metern geschätzt. Eine Gefahr für die Erde stelle "2018 CB" nicht dar, aber er sei eine Seltenheit, sagte Nasa-Forscher Paul Chodas. "Asteroiden von dieser Größe kommen vielleicht ein oder zweimal pro Jahr an unserem Planeten vorbei."

Laut Chodas könnte "2018 CB" mit einem Durchmesser von bis zu 40 Metern deutlich größer sein als der Asteroid, der vor fast genau fünf Jahren über dem russischen Tscheljabinsk in die Atmosphäre eintrat. Am 15.2.2013 explodierte der etwa 20 Meter große Brocken über der russischen Millionenstadt, rund 7000 Gebäude wurden beschädigt, etwa 1500 Menschen verletzt.

Der aktuelle Asteroid sei eine Erinnerung, dass Himmelskörper der Erde sehr nah kommen könnten, sagt Codas. "Es ist wichtig, sie rechtzeitig zu finden." Entdeckt hatten den Gesteinsbrocken am 4. Februar Astronomen des Catalina Sky Survey in Arizona. Das Projekt sucht systematisch nach erdnahen Objekten und wird von der Nasa unterstützt. Die kurzfristig entdeckten Brocken seien schlicht zu klein gewesen, um sie früher zu finden, erklärt Chodas.

Zwei Asteroiden in einer Woche

Bereits am Dienstag war ein Asteroid in rund 184.000 Kilometer Entfernung an der Erde vorbeigerast. "2018 CC" wurde wie "2018 CB" von den Forschern in Arizona entdeckt und wird auf einen Durchmesser von 15 bis 30 Metern geschätzt.

Spannend wird es, wenn sich 2029 der Asteroid Apophis der Erde nähert. Seine Größe wird auf mehr als 300 Meter geschätzt, und er soll die Erde in einem Abstand von nur einem Zehntel der Entfernung zum Mond passieren.

Asteroiden gelten als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Die meisten von ihnen ziehen fernab der Erde zwischen den Planeten Mars und Jupiter um die Sonne, manche können jedoch auch der Erde gefährlich nahe kommen.

jme/dpa/AP



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
zaungast2013 09.02.2018
1. Relativ
Also Geschosse, die mit einer Häufigkeit von ein bis zwei Mal jährlich an der Erde vorbei schiessen, halte ich persönlich für keine Seltenheit. Aber das liegt wohl im Auge des Betrachters.
mapcollect 09.02.2018
2. Kann uns jeden Tag treffen so ein Ding
und die komplette Meschheit ausrotten. Bei knapp 1.5 Billionen Dollar weltweiten Militärausgaben pro Jahr (Statista) eigentlich nicht nachvollziehbar, dass wir unsere technischen Möglichkeiten nicht nutzen, um uns davor zu schützen.
labellen 09.02.2018
3. bleibt die Frage,
ob die Öffentlichkeit im Falle eines kollisionsträchtigen Meteorits tatsächlich informiert würde. Es besteht ja in vielen Fällen eine Wahrscheinlichkeit, das das Objekt in der Atmosphäre in (relativ weniger gefährliche) Teilstücke aufgespalten wird und dies in Abwägung gegen die (u. A. wirtschaftlichen) Folgen einer Massenpanik könnte durchaus ein partielles oder totales Veröffentlichungsverbot bedeuten.
swnf 09.02.2018
4. Jeden Tag?
Zitat von mapcollectund die komplette Meschheit ausrotten. Bei knapp 1.5 Billionen Dollar weltweiten Militärausgaben pro Jahr (Statista) eigentlich nicht nachvollziehbar, dass wir unsere technischen Möglichkeiten nicht nutzen, um uns davor zu schützen.
Laut Artikel kommt so ein Ding etwa 1-2x im Jahr vor. Das ist weit entfernt von "kann uns jeden Tag treffen"! Diese Größe ist außerdem relativ harmlos und keineswegs im Stande die gesamte Menschheit auszurotten! Sollten Sie sich aber ganz allgemein auf Meteoriten jeder Größe bezogen haben: Existenzgefährdende Größen sind durchaus bekannt und werden beobachtet im Rahmen der technischen Möglichkeiten (daher steht ja auch am Ende, dass der Asteroid Apophis 2029 noch näher kommen wird)! Wie kommen Sie also zu der Annahme, dass "wir unsere technischen Möglichkeiten nicht nutzen"? Zu viel Armageddon geguckt? Wobei...auf einem Kometen ist auch schon eine Raumsonde gelandet...
MisterD 09.02.2018
5. Nun, da treffen natürlich Interessen aufeinander...
Zitat von mapcollectund die komplette Meschheit ausrotten. Bei knapp 1.5 Billionen Dollar weltweiten Militärausgaben pro Jahr (Statista) eigentlich nicht nachvollziehbar, dass wir unsere technischen Möglichkeiten nicht nutzen, um uns davor zu schützen.
denn grundsätzlich müsste jeder seine eigenen Abwehr vorhalten. Man kann ziemlich genau errechnen, wo ein Meteorit auf der Erde einschlagen würde, sollte er nicht vorbeifliegen. Angenommen die USA hätte eine Abwehr und das Ding würde auf, sagen wir Indien, China oder Russland fallen... ich gehe, zumindest bei der Trump.-Administration, nicht davon aus, dass man den Meteoriten in diesem Fall abschießen würde... Zumal ein Abschuss immer ein nicht zu unterschätzendes Risiko darstellt: Nehmen wir an Russland hat auch Abwehrwaffen für sowas, schießt den Meteoriten ab, der auf sein Staatsgebiet fallen wird. Das Ding spaltet sich und fällt anschließend auf die USA, Deutschland, Frankreich und China. Es haben schon Kriege aus wesentlich nichtigeren Gründen begonnen... Solange ein Meteorit nur eine kleine Landfläche bedroht, es sich also nicht um einen "Global Killer" handelt, sehe ich sämtlich Abwehrszenarien als sehr fragwürdig an. Um es noch bildlicher zu machen. Auf das Haus ihres Nachbarn rast ein LKW zu. Würden Sie ihrem Nachbarn erlauben auf die Reifen zu schießen, auf die Gefahr hin, dass er aus der Spur gerät und dann in ihr Haus kracht? Wohl kaum...
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