Alexander Gerst Sein nächstes Ziel könnte der Mond sein

Seine Rückkehr hatte sich verzögert, jetzt soll es klappen: Astronaut Alexander Gerst kommt nach einem halben Jahr von der Raumstation zurück. Und es gibt schon neue Pläne.

Alexander Gerst
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Alexander Gerst


Wenn Astronaut Alexander Gerst am Donnerstag nach fast 200 Tagen auf der ISS in der winterlichen Steppe Kasachstans landet, liegt der obligatorische Apfel schon bereit, den Rückkehrer von der Internationalen Raumstation ISS traditionell als Belohnung erhalten.

Am 6. Juni war Gerst zur ISS aufgebrochen. Seine Rückkehr zur Erde hatte sich nach dem Fehlstart zweier Kollegen aus Russland und den USA mit einer "Sojus"-Rakete im Oktober etwas verzögert. Inzwischen ist eine Ablösung aber auf der Internationalen Raumstation eingetroffen, US-Astronautin Anne McClain, der Kanadier David Saint-Jacques und der russische Kosmonaut Oleg Kononenko. Gerst soll zusammen mit dem Russen Sergeij Prokopjew und der Amerikanerin Serena Auñón-Chancellor am 20. Dezember zur Erde zurückfliegen.

Der Astronaut Alexander Gerst ist nicht nur der erste deutsche Kommandant auf der Internationalen Weltraumstation. Zählt man seine beiden bisherigen Missionen auf der Raumstation zusammen, war kein Deutscher so lange im All wie Gerst: fast ein Jahr.

In deutschen Raumfahrtkreisen hofft man bereits auf eine andere ehrgeizige Mission: Die USA wollen 2023 erstmals seit Jahrzehnten wieder den Mond umrunden - mit einem bemannten Orion-Raumschiff, das derzeit in Zusammenarbeit mit Europa entsteht.

Fliegt er nochmal?

Eine Reise von Gerst um den Mond wäre eine Erinnerung daran, warum der Mann aus Künzelsau (Baden-Württemberg) Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) wurde. Sein Großvater richtete einst als Amateurfunker eine Antenne ins All und ließ seinen Enkel ins Mikrofon sprechen. Die Radiowellen seien zum Mond gereist und als Echo zurückgekommen, erzählte Gerst einmal. "Damit war für mich Sechsjährigen ein Teil von mir auf dem Mond."

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Wie wird es also weitergehen mit dem Rekord-Raumfahrer, der die ISS zuletzt sogar als Kommandant leitete? "Er ist weiter Mitglied des Esa-Astronauten-Corps - insofern ist auch die Möglichkeit eines weiteren Flugs gegeben", sagt Europas Raumfahrtchef Jan Wörner.

Auch Missionsleiter Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) meint: "Ich gehe davon aus, dass er noch mal fliegt." Es wäre Gersts dritte Reise ins All - soviel kosmische Erfahrung sammelte in Deutschland nur Ulf Merbold zwischen 1983 und 1994.

"Kann kaum atmen"

Die Rückkehr von der Raumstation zur Erde mit der Sojus-Raumkapsel gilt als technisch anspruchsvoll. Nach dem Abkoppeln rast die Kapsel zunächst ungebremst in die Atmosphäre, die Luftreibung erzeugt dabei Temperaturen von etwa 2500 Grad. Massive Kräfte werden Gerst und seine beiden Mit-Rückkehrer Serena Auñón-Chancellor (USA) und Sergej Prokopjew (Russland) in die Sitze pressen.

"Ich kann kaum atmen, weil meine Zunge so stark an den Gaumen gedrückt wird", beschrieb Gerst 2014 seinen Rückflug von seiner ersten ISS-Mission.

Etwa sechs Stunden nach dem Abdocken sollte die Kapsel am frühen Donnerstagmorgen in der baumlosen Weite Zentralasiens landen. Bereits am Abend wird Gerst in Köln erwartet. Bis dahin verschickt sein E-Mail-Postfach weiter eine automatische Antwort: "Ich bin gerade auf Dienstreise in der Erdumlaufbahn. Bitte versuchen Sie es freundlicherweise im Januar 2019 wieder."

Von Wolfgang Jung, dpa/boj

insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
tanriverdi 19.12.2018
1. Gerst 2023 zum Mond!?
Sollten die USA 2023 nach über 50 Jahren tatsächlich wieder zum Mond fliegen, auch wenn es sich nur um eine Mondumkreisung handeln würde, wie groß ist dann wohl die Wahrscheinlichkeit daß ein Deutscher Bestandteil ihrer Crew sein wird? Ich würde die Chancen bei ungefähr 0 % sehen.
harald441 19.12.2018
2. Ähem
Woher weiß er, daß das Echo seiner Radiowellen vom Mond kam, das würde mich mal interessieren? Ansonsten fände ich es gut, wenn er tatsächlich zum Mond geflogen würde, am besten landen neben den Spuren der US-Mondmission vor fünfzig Jahren, und er diese Spuren dokumentieren würde.
TS_Alien 19.12.2018
3.
Ein Astronaut auf der ISS ist nicht mit einem Astronauten zu vergleichen, der auf dem Mond landet. Für den Astronauten, der auf dem Mond landet, braucht man eher den Typ cooler Testpilot, der auch in kritischen Situationen die Mission retten kann. Selbst die NASA dürfte im Moment kaum solche Astronauten einsatzbereit haben.
felisconcolor 19.12.2018
4. Ist doch ganz einfach
Zitat von harald441Woher weiß er, daß das Echo seiner Radiowellen vom Mond kam, das würde mich mal interessieren? Ansonsten fände ich es gut, wenn er tatsächlich zum Mond geflogen würde, am besten landen neben den Spuren der US-Mondmission vor fünfzig Jahren, und er diese Spuren dokumentieren würde.
sogenannte EME Erde Mond Erde Kurzwellen oder auch Ultrakurzwellen Funkverbindungen waren bei Amateurfunkern ein beliebtes Mittel um mit ihren Freunden auf der fast anderen Seite der Erdkugel in Verbindung zu treten. Und woher man weiss das das Echo vom Mond kam??? Das sagt einem die Stoppuhr. Funkwellen breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus, da man die Entfernung zum Mond kennt weiss man auch wann mit einem Echo zu rechnen ist. Kennt man dann die genaue Zeit kennt man auch die aktuelle Entfernung vom Absendeort der Funkwellen zum Mond also annähernd die Entfernung Oberfläche Erde bis Oberfläche Mond. Lernt man übrigens in Physik.
fortelkas 19.12.2018
5. Ich möchte gern
....einmal wissen, welche greifbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse solcher Expeditionen zu finden sind, Expeditionen, die Unsummen verschlingen. Ich meine, wir haben in unserer Welt auf dieser Erde genügend Probleme auf allen Problemfeldern, die mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, wenigstens teilweise gelöst werden könnten. Astronauten müssen nicht noch einmal zum Mond fliegen, wo soll da der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn liegen? Die Summen, die in diese Weltrauprogramme fließen, sind besser im Alltag der Erde investiert. Erwin Fortelka
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