Satellitenbild der Woche Schneeflöckchen, was machst Du denn hier?

Etwas Besonderes ist diese Woche im Nordwesten Algerien passiert: Am Rand der Sahara hat es geschneit. Ein Satellit hat das Naturschauspiel auch aus dem All fotografiert.

Weiße Berge im Saharaatlas - eine absolute Seltenheit
NASA

Weiße Berge im Saharaatlas - eine absolute Seltenheit


Schnee in Afrika? Ja klar gibt es das - auf dem Kilimandscharo zum Beispiel. Allerdings wird die weiße Kappe dort immer kleiner. Doch von wenigen Ausnahmen wie eben dem höchsten Berg des Kontinents, dem Atlasgebirge in Marokko und Algerien oder einigen Orten in Südafrika und Lesotho abgesehen, sind weiße Flocken in der Region etwas extrem Seltenes.

In der Nähe von Aïn Séfra, im Nordwesten Algeriens, ist in dieser Woche nun aber Schnee gefallen - auf die roten Dünen am Rand der Sahara. Dieses Echtfarbenbild des ETM-Instruments auf dem US-Satelliten "Landsat 7" zeigt das seltene Naturschauspiel aus rund 700 Kilometer Höhe.

Die Gegend gehört zum Saharaatlas, einer Gebirgskette, die die Nordgrenze der Sahara bildet. Im Sommer wird es hier um die 37 Grad warm, im Winter zeigt das Thermometer normalerweise zumindest einstellige Werte im positiven Bereich. Dazu kommt: Die Luft hier ist extrem trocken: Niederschläge an sich sind schon selten, Schnee erst recht.

Deswegen verwundert es auch kaum, dass es in der Region seit 37 Jahren nicht mehr geschneit haben soll. Und selbst das war laut Erinnerung der Einheimischen eher ein Ausrutscher: Am 18. Februar 1979 tobte sich ein Schneesturm aus - für eine halbe Stunde. Diesmal dauerte das Spektakel immerhin einen Tag. Dann war die weiße Pracht in den Hügeln in rund tausend Meter Höhe wieder geschmolzen. Vorher jedoch konnte der Hobbyfotograf Karim Bouchetata mit seinen Fotos den Winter in Afrika dokumentieren.

Fotostrecke

37  Bilder
Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Schnee in der größten Wüste der Welt ist zwar selten, aber doch nicht ganz unmöglich: Zum Beispiel führten 2005 Schneefälle in Ghardaia, 800 Kilometer südlich von Algier, sogar zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Die Straßen waren vereist und schneebedeckt. Und nur 240 Kilometer südwestlich von Aïn Séfra, in Béchar, freuten sich 2012 die Kinder über weiße Flocken.

chs/abl

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