Platin, Nickel und Co.: US-Firma will Rohstoffe im All abbauen

DSI

Noch gibt es nicht viel mehr als eine Computeranimation - doch wenn die Pläne des US-Unternehmens Deep Space Industries wahr werden, könnten Satelliten bald auf Asteroiden nach Rohstoffen suchen. Die Firma ist nicht die einzige, die auf erdferne Schätze setzt.

Hamburg - Die Ressourcen auf der Erde werden knapp. Doch Geschäftsleute haben bereits Ideen, wie man das Problem lösen könnte: Auf Asteroiden wollen sie nach seltenen Metallen wie etwa Platin oder Nickel suchen, um sie auf der Erde zu verkaufen. Mit der amerikanischen Firma Deep Space Industries hat nun das zweite amerikanische Unternehmen angekündigt, Bergbau im All zu betreiben.

2015 will die Firma den Erkundungssatelliten "Firefly" für sechs Monate ins All schicken, um unbekannte Asteroiden zu erforschen. "Firefly" wiegt 25 Kilo, ist in etwa so groß wie ein Laptop und soll als Beifracht zu einem anderen Satelliten oder Roboter ins All befördert werden.

Ein Jahr später will die Firma das Weltraumfahrzeug "Dragonfly" hinterherschicken. Es soll 20 bis 45 Kilo Materialproben einsammeln. Diese Mission wird zwei bis drei Jahre dauern. Langfristig sei der Plan nicht nur, die Materialien aus dem All zu holen, sondern sie auch dort zu verarbeiten. Das soll eine Fabrik im All bewerkstelligen, die Material des Asteroiden aufnimmt, es in verwertbare Substanzen umwandelt und über einen 3D-Drucker Objekte daraus formt. So sollen Treibstoffe oder Solarzellen hergestellt werden.

Die Kosten einer Firefly-Mission beziffert die Firma aus 20 Millionen Dollar. Finanzieren will sie die Hälfte mit Geldern von der US-Regierung und Forschungsinstitutionen, den Rest über Werbung, Sponsorenverträge und Marketingprojekte. Auch die Kosten der Konkurrenzfirma Planetary Resources liegen im zweistelligen oder sogar einstelligen Millionbereich. Mit Google-Chef Larry Page und Weltraumtourist Charles Simonyi hat sich die Firma bereits einige namhafte Unterstützer ins Boot geholt.

Wie realistisch die Bergbaupläne sind, wird sich trotzdem erst zeigen. Fraglich ist vor allem, ob das Geschäft langfristig überhaupt lukrativ sein kann. "Wir befinden uns noch in einem frühen Stadium", sagt David Gump von Deep Space Industries. "Es wird wahrscheinlich bis 2019 oder 2020 dauern, bevor wir etwa Treibstoffe in kommerziellen Mengen verkaufen können." Das Endziel besteht darin, eine ganze Flotte von Raumfahrzeugen herzustellen, die Treibstoffe aus dem Asteroidenmaterial herstellen und Minerale abbauen kann.

jme

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insgesamt 156 Beiträge
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1. Na endlich
brehn 24.01.2013
Wird auch langsam mal Zeit. Bergbau im Weltall klingt faszinierend, fraglich ist ob es realisierbar ist. Was mich interessieren würde, ist, ob das ganze vollautomatisiert ablaufen soll.
2. Klasse!
chuckal 24.01.2013
und ein Eisenerzfrachter sollte unbedingt NOSTROMO heißen...
3. Das ist die Zukunft!
snakesnif 24.01.2013
Wie ich schon in meinem Blog eutopia-blog.blogspot.de geschrieben habe, darf Europa die Privatisierung der Raumfahrt nicht den Amerikanern überlassen. Eine wirtschaftliche Nutzbarmachung des Alls würde die Weltwirtschaft revolutionieren.
4. Grüße von Bernard L. Madoff
kabian 24.01.2013
Ein typisches Investorengrab. Es ist natürlich extrem preiswert auf Asteroiden zu schürfen. Dann gibt es ja noch die sagenumwobenen Planeten aus Gold und Diamanten. :-)
5. Das sind die Leute,
memnoch_devil 24.01.2013
die vor 10 Jahren nächtelang Descent gespielt haben, oder? Roboter, die auf Asteroiden Bergbau betreiben, und sich selbst replizieren können... Im Spiel wurde das dann mit einer "Terminator"-Zukunftsentwicklung ausgebaut. Aber soweit muss es ja nicht kommen...
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