Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Satellitenbild der Woche: Blick aufs Sperrgebiet

Blick aus sicherer Entfernung: Das Bild des "Sentinel-1A"-Satelliten zeigt die Inselgruppe der Andamanen Zur Großansicht
ESA

Blick aus sicherer Entfernung: Das Bild des "Sentinel-1A"-Satelliten zeigt die Inselgruppe der Andamanen

Weißer Sandstrand, dunkelgrüner Urwald - auf North Sentinel Island lebt einer der letzten Eingeborenenstämme der Welt. Besuch ist nicht willkommen, Fremde werden mit Speeren und Pfeilen begrüßt. Ein Esa-Satellit hat die Insel nun fotografiert.

Ein Blick aus der Ferne ist auf alle Fälle sicherer: Die Einwohner der tropischen Insel North Sentinel Island sind nicht für ihre Gastfreundschaft bekannt. Auf dem Eiland, das zur Inselgruppe der Andamanen gehört, lebt bis heute einer der letzten isolierten Eingeborenenstämme der Welt. Fremde werden gern mit Speeren und Pfeilen begrüßt und mussten in der Vergangenheit nicht selten mit dem Leben für einen Besuch der Insel bezahlen. Die indische Regierung hat alle Versuche, mit dem Stamm freundschaftlichen Kontakt aufzunehmen, aufgegeben. Seit 1996 haben die Eingeborenen die Insel ganz offiziell für sich. North Sentinel Island ist Sperrgebiet.

Einen ungefährlichen Blick auf die Insel erlauben jetzt erste Aufnahmen des im April gestarteten "Sentinel-1A"-Satelliten. Er ist der erste einer Serie künftiger "Sentinel"-Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation Esa. Sie sollen im Rahmen des Copernicus-Programms mit ihrem Hightech-Radar die Oberfläche der Erde bei allen Wetterlagen detailliert abtasten. Dabei sammeln sie Daten über die Ozeane, über Landflächen und die Atmosphäre.

Fotostrecke

11  Bilder
Schreckensinsel North Sentinel Island: Von allen guten Gästen verlassen
Blick durch die Wolken

Die im Internet zugänglichen Bilder zeigen neben dem Bild der Andamanen unter anderem Ölplattformen vor Norwegen und einen Landstrich in der Nähe von Jena. Das Programm soll künftig den Seeverkehr durch arktische Gefilde sicherer machen. Zum Beispiel lasse sich anhand der "Sentinel"-Aufnahmen dünnes Eis von gefährlichem Packeis unterscheiden.

Die Beobachtung der Eisdecken, ihrer Dicke und ihrer Entwicklung soll laut den Erwartungen der beteiligten EU-Kommission auch die Klimaforschung voranbringen. Ferner kann die Radartechnologie auch bei der Entdeckung von Öllecks in Schiffen oder Bohrinseln helfen. Und weil das Radar durch Wolken hindurchblickt, sei "Sentinel" auch für Daten bei Überschwemmungen besonders geeignet. Auf die Art könnten dann Hilfen im Katastrophenfall besser koordiniert werden.

khü/AFP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 61 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Coole "Eingeborene"
Layer_8 17.05.2014
Zitat von sysopESAWeißer Sandstrand, dunkelgrüner Urwald - auf North Sentinel Island lebt einer der letzten Eingeborenenstämme der Welt. Besuch ist nicht willkommen. Ein Esa-Satellit hat die Insel nun fotografiert. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/andamanen-satellitenbild-zeigt-eingeborenen-sperrgebiet-a-969834.html
"Seit 1996 haben die Eingeborenen die Insel ganz offiziell für sich. North Sentinel Island ist Sperrgebiet" Damit sind ja erstmal die Missionare außen vor. "Gehörte" diese Insel zu einem christlichen Land, hätten die Leute dort ein echtes Problem. Und, vielleicht existieren dort auch wirklich keine wichtigen Rohstoffe, dann kann man wirklich hoffen, dass diese Kultur sich bewahren darf.
2. Im Herz der Finsternis
doubletrouble2 17.05.2014
Wir wissen nicht einmal, ob die Sentinelesen kulturell nun neolithisch oder prä-neolithisch orientiert sind. Nie war jemand von ausserhalb in ihrem Dschungel. Dabei würde man zu gerne mehr über sie erfahren. Doch das könnte für eine der beiden Parteien immer tödlich enden. Die einzige Alternative wäre ein Forscherteam mit keimfreien gepanzerten Schutzanzügen, das einen Erkundungstrip unternimmt. Das aber erlaubt die indische Regierung nicht und es wäre auch moralisch fragwürdig. So bleiben vorerst nur die Satelliten-Fotos. Ein zweiter Rüdiger Nehberg wird sich ja wohl kaum finden, oder ?
3. In Ruhe lassen
klugscheißer2011 17.05.2014
Zitat von sysopESAWeißer Sandstrand, dunkelgrüner Urwald - auf North Sentinel Island lebt einer der letzten Eingeborenenstämme der Welt. Besuch ist nicht willkommen. Ein Esa-Satellit hat die Insel nun fotografiert. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/andamanen-satellitenbild-zeigt-eingeborenen-sperrgebiet-a-969834.html
Da sieht man wieder einmal wie sehr das Gefasel vom Selbstbestimmungsrecht der Völker ernstzunehmen ist. Warum lässt man diese Menschen nicht einfach in Ruhe?
4. Diese Leute haben ja so recht,
vantast64 17.05.2014
niemanden hineinzulassen. Sie ahnen, daß mit der Zivilisation neue Krankheiten und die große Gier kommt, die ihre Welt zerstört. Leider können sie nichts gegen den Anstieg von Müll und Meeresspiegel tun, den die "Zivilisierten" trotzdem verursachen und die ganze Erde gefährden.
5. Wenn man wollte ...
chwe 17.05.2014
koennte man sicher mehr ueber dieses Volk erfahren auch ohne die Insel zu betreten. Z.B. mit einer kleinen Drohne in Form eines Albatros, oder mit einem Mini U-Boot. Oder man laesst diese Menschen einfach in Ruhe und findet sich damit ab nicht alles ueber sie zu wissen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: