Asteroiden-Vorbeiflug am Samstag Kosmischer Brocken in Erdnähe

Ein Asteroid mit 20 Metern Durchmesser fliegt am Samstag knapp an der Erde vorbei. Der kosmische Brocken war lange Zeit unbemerkt in Richtung unseres Heimatplaneten gesteuert - treffen wird er ihn aber nicht, sagen Experten.

Asteroid 2014 RC: Rendezvous zwischen Erde und Mond
NASA /JPL-Caltech

Asteroid 2014 RC: Rendezvous zwischen Erde und Mond


Bis vor wenigen Tagen kannte ihn noch niemand: Erst am Montag entdeckten Wissenschaftler den Asteroiden "2014 RC", der sich derzeit der Erde nähert. Gegen 20.15 Uhr unserer Zeit wird der Brocken am 6. September etwa auf der Höhe von Neuseeland an unserem Heimatplaneten vorbeirasen.

Astronomen schätzen den kosmischen Brocken auf einen Durchmesser von 20 Metern. Im Vergleich zu anderen Asteroiden ist er damit relativ klein. Schäden auf der Erde könnte aber auch ein solcher Klotz anrichten: Der Gesteinsbrocken, der im Februar 2013 im Ural auf die Erde schlug und Verwüstungen in der russischen Stadt Tscheljabinsk anrichtete, hatte etwa die gleiche Größe.

Zum Zeitpunkt des Rendezvous zwischen Erde und Asteroid wird deren Distanz etwa ein Zehntel des Abstandes der Erde zum Mond betragen - rund 40.000 Kilometer. Damit fliegt der Asteroid etwas höher an der Erde vorbei, als die höchsten Wetter- und Erdbeobachtungssatelliten, die etwa 36.000 Kilometer über der Erde schweben.

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Schlechte Aussichten für Hobbyastronomen

Gefahr für unseren Planten, Satelliten oder andere Weltraumfahrzeuge bestehe nicht, teilte die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa mit. Der Vorbeiflug biete aber die einmalige Gelegenheit, mehr über den Asteroiden zu erfahren: "2014 RC" wird auf seiner Umlaufbahn öfter in die Nähe der Erde kommen. Astronomen wollen seine Bewegungen weiter beobachten. Nach derzeitigem Stand, wird der Brocken die Erde aber auch in Zukunft verfehlen.

Hobbyastronomen können "2014 RC" voraussichtlich nur mit Equipment erspähen. Da der Asteroid mit seiner schmalen Seite an der Erde vorbeifliegt, benötigen sie ein Teleskop.

Frühwarnsystem entdeckte Asteroid

Als erstes entdeckt hatten den Asteroiden Astronomen des Catalina Sky Surveys im US-Bundesstaat Arizona. Das Projekt wurde speziell dafür eingerichtet, Asteroiden ausfindig zu machen, die der Erde gefährlich werden könnten. Später war der Brocken auch auf Bildern des Pan-Starrs-1-Teleskops aufgetaucht, das auf der hawaiianischen Insel Maui steht. Schließlich wurde die Umlaufbahn des Brocken durch Aufnahmen eines dritten Teleskops auf Hawaii bestätigt.

Aufregung wegen Asteroiden, die nah an der Erde vorbeifliegen, gab es schon öfter: Mitte Februar 2013 etwa passierte der Asteroid "2012 DA14" unseren Planeten in gefährlich geringer Entfernung. Der kosmische Brocken hatte einen Durchmesser von 50 Metern und flog in nur 27.700 Kilometern Entfernung an der Erde vorbei - näher als viele Satelliten. Mit dem kosmischen Gesteinsbrocken, der ebenfalls Mitte Februar 2013 auf Russland traf, hatte er aber nichts zu tun.

Kosmische Brocken

jme



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bunterepublik 05.09.2014
1. Bedrohung
Es gibt einfach unterschätzte Bedrohungen. Und neben einer Pandemie eines Krankheitserregers ist ein geschmeidiger Asteroiden-Einschlag eines der Dinge, die uns recht schnell zum Verhängnis werden könnten. Erschreckend wenig wird dagegen getan. Allein die Tatsache, dass er erst vor kurzem entdeckt wurde, spricht Bände. Wie viel tausend Unentdeckte noch herumkreiseln, weiß allein der Herr.
whocaresbutyou 05.09.2014
2. mehr Gottvertrauen...
Zitat von bunterepublikEs gibt einfach unterschätzte Bedrohungen. Und neben einer Pandemie eines Krankheitserregers ist ein geschmeidiger Asteroiden-Einschlag eines der Dinge, die uns recht schnell zum Verhängnis werden könnten. Erschreckend wenig wird dagegen getan. Allein die Tatsache, dass er erst vor kurzem entdeckt wurde, spricht Bände. Wie viel tausend Unentdeckte noch herumkreiseln, weiß allein der Herr.
da wir ohnehin nicht daran ändern können, wenn uns so ein "Brocken" in`s Visier nimmt, würde ich vorschlagen nicht weiter daran zu verzweifeln und statt dessen den alten Mann zu bitten einzurichten, dass er wenigstens den Richtigen trifft... /Ironie off
Layer_8 05.09.2014
3. Traktorstrahl?
Zitat von bunterepublikEs gibt einfach unterschätzte Bedrohungen. Und neben einer Pandemie eines Krankheitserregers ist ein geschmeidiger Asteroiden-Einschlag eines der Dinge, die uns recht schnell zum Verhängnis werden könnten. Erschreckend wenig wird dagegen getan. Allein die Tatsache, dass er erst vor kurzem entdeckt wurde, spricht Bände. Wie viel tausend Unentdeckte noch herumkreiseln, weiß allein der Herr.
OK, wenns ein "richtiger" Asteroid ist, hat man gerade gezeigt, dass eine Landung darauf möglich sein kann. http://de.wikipedia.org/wiki/Rosetta_(Sonde) Und dann muss das Landegewicht jedoch erheblich größer sein als bei Rosetta, um die ganzen Bohranlagen für die Atombombenlöcher heranzuschaffen. Die Atombomben müssen natürlich gleich mitgeliefert werden, zusammen mit Bruce Willis und Team als erfahrene Experten. Zeit dafür wird genug sein, da ein solcher Asteroid absehbar sein wird... Die etwas kleineren Asteroiden, welche unvorhergesehen kommen können, siehe Weihnachten 2012, werden wir wohl hinnehmen müssen, auch wenn lokale Katastrophen dann unvermeidlich sein werden.
DerOberlehrer 05.09.2014
4. Asteroiden
Wenn uns ein richtiges All-Geschoss treffen sollte, haben wir doch keine Überlebens-chancen. (siehe den angeblichen Treffer von vor 65 Mio Jahren) Aber selbst wenn unsere Vorwarnsysteme rechtzeitig Alarm schlagen, was dann ??? Gucken wir in die Luft und warten ab, oder verkriechen wir uns irgendwo ? Wie reagieren Regierungen darauf ? Teilen die uns das überhaupt mit? Wird Panik ausbrechen ? (wie immer man sich das auch vorzustellen hat -Blockbuster lassen grüßen-). Warten wir ab, was das Schicksal für uns alles noch so bereit hält. Wenn's dann knallt, na bitte, haben die Wissenschaftler weit nach uns was zu tun (wenn überhaupt was übrigbleibt ! )
NauMax 05.09.2014
5.
Zitat von bunterepublikEs gibt einfach unterschätzte Bedrohungen. Und neben einer Pandemie eines Krankheitserregers ist ein geschmeidiger Asteroiden-Einschlag eines der Dinge, die uns recht schnell zum Verhängnis werden könnten. Erschreckend wenig wird dagegen getan. Allein die Tatsache, dass er erst vor kurzem entdeckt wurde, spricht Bände. Wie viel tausend Unentdeckte noch herumkreiseln, weiß allein der Herr.
Kommt ein Asteroid aus der Richtung der Sonne auf die Erde zu, kann man ihn nur sehr schwer ausmachen, da nur seine Schattenseite in unsere Richtung gerichtet ist und er von der Erde aus nur am Tag ausgemacht werden könnte. Dass der Himmel am Tag zu hell zum "Sternegucken" ist muss ich wohl nicht erwähnen. Abhilfe schaffen könnten eine Reihe von Orbitalteleskopen wie Kepler und Hubble oder ein Observatorium auf dem Mond - wofür man erstmal eine Kolonie dort bräuchte. Das entsprechende Projet der NASA wurde eingestampft und die anderen Agenturen haben im Bereich Mondlandung auch so noch genug Aufholbedarf. Außerdem haben wir zurzeit noch keine verlässliche Möglichkeit, so einen Asteroiden vom Kollisionskurs abzubringen. Dann doch lieber ein überraschender Treffer als 10 Jahre Countdown zur Vernichtung
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