Astro-Foto-Wettbewerb: Diese Bilder sind einfach himmlisch

"Earth & Sky Photo Contest": Wenn es Nacht wird... Fotos
Shannon Bileski

Geheimnisvolle Polarlichter über Island, Feuerbälle über Kanada, eine Sonnenfinsternis über Australien: Die Gewinner des "Earth & Sky Photo Contest" haben bezaubernde Fotos von Himmel und Erde gemacht. Der Wettbewerb soll aber auch auf ein drängendes Problem hinweisen.

Nicht überall ist der Blick in den Nachthimmel ein Erlebnis. Die Lichtverschmutzung von Großstädten macht es Sternenguckern zunehmend schwer - auch weil die Lichter der Metropolen durch Reflexion an den Wolken auch weit ins Umland strahlen können. Die Gewinner eines aktuellen Fotowettbewerbs erinnern nun daran, wie faszinierend der Blick nach oben sein kann. Wenn man ihn denn hat.

Beim "Earth & Sky Photo Contest" hat die Initiative "The World at Night" vor einigen Tagen die Gewinner gekürt. An der Aktion beteiligt sind unter anderem das National Optical Astronomy Observatory in den USA, das in der Wüste Arizonas ein Observatorium betreibt, und die Organisation Astronomers Without Borders.

Um die 700 Einsendungen aus 45 Ländern hatte sich die Jury angesehen - ungefähr doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, wie es von den Ausrichtern hieß. Auf den Bildern sollten, dem Motto des Wettbewerbs folgend, sowohl die Erdoberfläche als auch der Himmel darüber zu sehen sein. Die Aufnahmen mussten den Regeln zufolge außerdem aus dem zurückliegenden Jahr stammen.

Der Gesamtsieg ging an den Franzosen Stephane Vetter. Er hatte Polarlichter am malerischen Nachthimmel über dem Godafoss fotografiert, das ist einer der bekanntesten Wasserfälle Islands. Die wörtliche Übersetzung des Namens lautet "der Götterwasserfall" und geht auf eine alte Legende zurück. Demnach wurden dort vor mehr als 1000 Jahren die letzten heidnischen Götterbilder versenkt, nachdem Island offiziell das Christentum als Staatsreligion übernommen hatte.

Geehrt wurde unter anderem auch der Österreicher Andreas Max Böckle für sein Bild eines vom Mond beschienenen Berggipfels bei Salzburg, mit der hell erleuchteten Großstadt tief unten im Tal. Das Foto zeigt eindrücklich, was Lichtverschmutzung in der Praxis bedeutet. Auf das Problem aufmerksam zu machen, ist ein erklärtes Ziel des Wettbewerbs. Schließlich bringt der Verlust der Nacht Probleme für manche Tiere und Menschen - unter anderem weil der Hormonhaushalt durcheinanderkommt.

chs

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insgesamt 14 Beiträge
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1. optional
01099 22.05.2013
Mich hat letztens ein Norweger über die Bilder der Polarlichter aufgeklärt, die einem überall präsentiert werden. Keines von diesen bunten Fotos entspricht auch nur ansatzweise der Realität. Polarlichter sehen in natura eher blass bis monochrom aus. Fotografiert werden sie in der Regel mit farbigen Verlaufsfiltern oder die Ergebnisse werden durch den Rechner geschickt und aufgepeppt. Also nicht enttäuscht sein, wenn man diese Naturerscheinung einmal in echt zu Gesicht bekommt. Zudem ist das Gewinner-Foto auf jeden Fall manipuliert, denn es ist mit einer normalen Digitalkamera nicht möglich, den Sternenhimmel so detailliert abzubilden. Schon gleich gar nicht, wenn sich zudem so viele helle Lichtquellen im Bild befinden. Rein technisch ist so keine ausgewogene Belichtung möglich.
2.
DrStrang3love 22.05.2013
Zitat von 01099Mich hat letztens ein Norweger über die Bilder der Polarlichter aufgeklärt, die einem überall präsentiert werden. Keines von diesen bunten Fotos entspricht auch nur ansatzweise der Realität. Polarlichter sehen in natura eher blass bis monochrom aus.
...was daran liegt, dass Polarlichter eher lichtschwach sind und daher die Farbrezeptoren (die Zäpfchen) Ihrer Augen nicht ansprechen. Stattdessen nehmen Sie die Lichter überwiegend mit den deutlich lichtempfindlicheren Stäbchen wahr, die aber dummerweise keine Farben wahrnehmen. Unsinn. Das einzige, was Sie brauchen ist eine längere Belichtungszeit oder eine höhere ISO-Empfindlichtkeit. Dann kommen die Farben ganz automatisch.
3. Perseiden 2012
Emuopa 22.05.2013
...ohne Farbverlaufsfilter, ohne Digitaltricks, Perseiden 2012: http://www.flickr.com/photos/xenos-uwe/7763825618/ (f = 10mm, f/4, t = 30 sek, ISO 3200, Nikon D90)
4. optional
kartenleser13 22.05.2013
@ 01099: Wow, diesmal ist gleich der erste Kommentar nichts außer Meckern und Schlechtreden. Dauert ja normalerweise bis zum dritten. Kann man nicht einfach mal sagen "schöne Bilder" - nebenbei: wirklich schöne Fotos! - ?? Wenn Sie es so viel besser können, besteigen Sie doch irgendeinen Berg und tun es, oder stellen sich mitten in der Nacht auf ne Brücke. Bei Langzeitbelichtung ist das sicher ein riesen Spaß, wenn einem ständig irgendeine Karre ins Bild fährt und leuchtet. Aber was rede ich, bei Ihnen macht sich das Foto ja sicher von ganz allein.
5. Wenn man keine Ahnung hat...
JanVehrenkamp 22.05.2013
Wer die Nordlichter noch nie, nur wenige male oder aus einer Stadt Live gesehen hat, dem kann man nur raten sich seinen unqualifizierten Beitrag zu sparen. Die Intensität, mit der wir Menschen die Polarlichter wahrnehmen, wird von vielen Faktoren beeinflusst. (Stärke des Sonnensturms, Lichtverschmutzung(von der Taschenlampe bis hin zum Mond), Jahreszeit) Ich selbst wohne seit 8 Jahren in Finnland und habe schon mehrfach Polarlichter in der gleichen Intensität, wie man sie auf den Fotos sieht, mit meinen eigenen Augen gesehen. Meine Partnerin, die ihr ganzes Leben hier gelebt hat, hat ähnliche Nordlichter noch nie beobachtet. Wie das sein kann? Ganz einfach: Ich verfolge die Sonnenaktivitäten, fahre aus der Stadt raus und hoffe auf einen wolkenfreien Himmel, wenn ich meine was sehen zu können. Meine Lebensgefährtin schaut höchstens aus dem Garten(in der Stadt) richtung Norden. Ansonsten hat DrStrang3love schon gut erkannt, dass moderne Kameras wesentlich besser als wir Menschen im Dunkeln sehen, was das Aufzeichnen von Polarlichtern und der Milchstraße gleichzeitig überhaupt erst möglich macht. Wer desweiteren glaubt, dass man gescheite Fotos ohne Belichtungskorrekturen bekommt, der hat seine analogen Fotos auch im Drogeriemarkt entwickeln lassen (-> Wenn man keine Ahnung hat...). Grüße. ps. Einfach mal meinen Namen ( aurora oder milky way) googlen.
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