Satellitenbilder von Chris Hadfield "Liebes Deutschland, die Fotos sind für Sie"

Der Astronaut Chris Hadfield macht aus dem All faszinierende Fotos - und wohl kein Bewohner der Internationalen Raumstation hat seine Bilder im Netz so weit verbreitet wie er. Nun hat der Astronaut aus Kanada seine Kamera auf Deutschland gerichtet.

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NASA/ Chris Hadfield

Beinah wirkte es wie Absicht. Von Dänemark postete Chris Hadfield Fotos, von Polen, von Frankreich, von den Niederlanden - nur von Deutschland nicht. Auf einer Weltkarte, wo alle seine Bilder nach ihrer Lage verzeichnet sind, ließ sich das gut erkennen. Dabei flutet der aktuelle Kommandant der Internationalen Raumstation (ISS) das Netz gerade mit Unmengen spektakulärer Aufnahmen aus dem All. So kann er auch viele Menschen für die Faszination der Raumfahrt begeistern, die sich kaum dafür interessiert hätten.

Vor allem wegen Hadfields beeindruckender Fotos explodierte die Zahl seiner Follower bei Twitter - auf aktuell mehr als 563.000. Nun hat der Kanadier auch Bilder aus Deutschland gepostet, gleich einen ganzen Schwung. Und der kam gar mit stilechter Anmoderation in Landessprache: "Liebes Deutschland! Die Fotos sind heute für Sie." Hadfield berichtete außerdem, dass er Deutsch in der Schule gelernt habe: "Aber alles vergessen."

Eine am Donnerstag veröffentlichte Aufnahme zeigt die Stadt Köln samt Umland aus rund 370 Kilometern Höhe - und kaum eine Wolke verdeckt den Blick. Nach Frühlingsanfang sieht das Ganze allerdings nicht aus. Vor allem auf den landwirtschaftlichen Flächen sieht man, wie sehr der Winter die Gegend noch im Griff hat. Weitere Bilder zeigen Berlin, Hannover, Bonn sowie Wiesbaden und Koblenz - ähnlich winterlich. Allein das Bild von Düsseldorf sieht nicht verschneit aus.

Sohn hilft im Netz aus

Auf der ISS steht den Bewohnern eine ganze Batterie von Kameras zur Verfügung - doch nur wenige Raumfahrer zuvor haben ihre Fotos so aktiv im Netz promotet wie Chris Hadfield. Dabei hilft ihm übrigens sein Sohn Evan. Der lebt derzeit in Darmstadt und kümmert sich von dort aus um die Netz-Aktivitäten seines Vaters - unentgeltlich, wie der 27-Jährige in Interviews betont. Dabei sitzt er als Social-Media-Manager für seinen Vater bis zu 16 Stunden täglich vor dem Rechner.

Die Frau von Evan Hadfield arbeitet für ein Weltraumtechnik-Unternehmen in Südhessen - und so hat es auch ihn dorthin verschlagen. Er beschreibt seinen Job als den eines "Internet-Hausmeisters". Er versuche, seinem Vater so viel Arbeit wie möglich abzunehmen. Dafür lese er 25.000 bis 30.000 Twitter-Posts am Tag und beantworte auch Anfragen. Sein Vater solle einfach nur an den Computer schweben, einen Post absetzen und dann wieder weg schweben können.

Am besten, um neue Fotos zu machen.

Doch tatsächlich dürfte Hadfield gerade als ISS-Kommandant auch genug anderes zu tun haben. Der Arbeitsplan der Astronauten sieht für die Foto-Sessions keine Zeit vor. Die Raumfahrer müssen ihre kostbare Erholungszeit opfern, um die Bilder zu machen. Allerdings hat Chris Hadfield auch noch andere Hobbys: Kürzlich hat der Hobby-Gitarrist aus dem All mit der Band "Barenaked Ladies" und einem Chor musiziert.

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deus-Lo-vult 23.03.2013
1.
Zitat von sysopNASA/ Chris HadfieldDer Astronaut Chris Hadfield macht aus dem All faszinierende Fotos - und wohl kein Bewohner der Internationalen Raumstation hat seine Bilder im Netz so weit verbreitet wie er. Nun hat der Astronaut aus Kanada seine Kamera auf Deutschland gerichtet. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/astronaut-chris-hadfield-macht-von-der-iss-aus-fotos-von-deutschland-a-890322.html
Tolle, beeindruckende Bilder. Vielen Dank Herr Hadfield und gesunde Heimkehr.
ruebenkatze 23.03.2013
2. Dear Chris,
thanks a lot. Someone once said "one of the most important outcomes of space travelling is to be able to see our planet from above (by photos)". I do agree to that.
ralphofffm1 23.03.2013
3. was Köln sein soll
sieht mir aber mehr nach Frankfurt am Main aus. Mann beachte den Flughafen in der linken unteren Bildhälfte
rulamann 23.03.2013
4.
Zitat von sysopNASA/ Chris HadfieldDer Astronaut Chris Hadfield macht aus dem All faszinierende Fotos - und wohl kein Bewohner der Internationalen Raumstation hat seine Bilder im Netz so weit verbreitet wie er. Nun hat der Astronaut aus Kanada seine Kamera auf Deutschland gerichtet. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/astronaut-chris-hadfield-macht-von-der-iss-aus-fotos-von-deutschland-a-890322.html
Nur Recht daß auch mal Deutschland gezeigt wird, schließlich sind wir auch Zahlmeister dieser Experimentalphysiker obgleich die Fotos stinklangweilig sind.
pp0813 23.03.2013
5. Was Köln sein soll.
ist Köln. Man beachte den Flughafen an der linken unteren Bildhälfte. Vielleicht erleichtert es meinem Vorredner die Orientierung, wenn er das Bild 90 Grad im Gegenuhrzeigersinn dreht.
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