Beinahe-Kollision: ISS-Team schützt sich vor Weltraumschrott

Sechs Astronauten wurden in Sicherheit gebracht: Im All ist russischer Raketenschrott gefährlich nah an der Internationalen Raumstation vorbeigeflogen. Die Überreste waren vom Kontrollzentrum zu spät entdeckt worden.

DPA/ NASA

Washington - Aufatmen im Weltraum: Ein Trümmerteil eines russischen Satelliten ist am Samstagmorgen an der Internationalen Raumstation ISS vorbeigeflogen. Es hätte zu einer Gefahr für die sechs Astronauten an Bord der ISS werden können, die daher Schutz in zwei Sojus-Kapseln suchen mussten. Wie die russische Raumfahrtbehörde mitteilte, flog der Schrott in 23 Kilometern Entfernung an der ISS vorbei.

Das Trümmerteil stammt vom Satelliten Kosmos 2251, den Russland 1993 ins All geschickt hatte. Er war zu spät bemerkt worden, um die ISS noch rechtzeitig aus dem Weg zu manövrieren, und kam der Raumstation am Samstag am nächsten.

Die Nasa teilte mit, das Trümmerteil sei nicht nahe genug gekommen, um eine wirkliche Gefahr darzustellen. Bei der Evakuierung der Astronauten - zwei Amerikaner, drei Russen und ein Niederländer - habe es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme gehandelt. An Bord der Sojus-Kapseln hätten sie im Ernstfall sofort die Reise zurück zur Erde antreten können. "Die Bedrohung ist vorüber", sagte ein Mitglied des russischen Kontrollzentrums der Nachrichtenagentur Interfax. Die Raumfahrer seien an ihre Arbeit zurückgekehrt.

Es war das dritte Mal in zwölf Jahren, dass die Astronauten Schutz vor Weltraumschrott suchen mussten.

Erst am Freitag war ein europäischer Weltraumfrachter (Automated Transfer Vehicle - ATV) mit 6,6 Tonnen Nachschub zur ISS aufgebrochen. Das ATV-3 "Edoardo Amaldi" hob um 5.34 Uhr deutscher Zeit an der Spitze einer Ariane-5-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ab, teilte die Europäische Weltraumorganisation (Esa) mit. Die Ankopplung ist für kommenden Donnerstag geplant. An Bord befinden sich unter anderem frische Kleidung, Lebensmittel und Post.

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