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Astronomen: Jesus wurde vielleicht im Juni geboren

Von Merle Schmalenbach

Weihnachten müsste eigentlich im Juni gefeiert werden, glauben australische Astronomen. Anhand von Sternenkonstellationen haben sie das Geburtsdatum Jesu neu berechnet. Ergebnis: Jesus wurde am 17. Juni geboren - im Jahr 2 vor Christus.

Sie sind aus Plastik, Holz oder Stroh und kleben derzeit auf Adventskrippen: Weihnachtssterne. Doch der echte Stern soll einzigartig gestrahlt haben - so sehr, erzählt die Bibel, dass er die Drei Weisen zu Jesus leitete.

Christliches Kreuz in Jerusalem (Archivbild von 2006): Weihnachten eigentlich im Juni feiern?
REUTERS

Christliches Kreuz in Jerusalem (Archivbild von 2006): Weihnachten eigentlich im Juni feiern?

Doch wann und ob der Stern von Betlehem wirklich leuchtete, ist umstritten. Wissenschaftler wie Johannes Kepler und Isaac Newton haben sich schon daran versucht, das echte Geburtsdatum des biblischen Jesus finden. Denn der 25. Dezember ist nur ein symbolisches Datum, festgesetzt von Kirchenvätern im dritten Jahrhundert.

Nun wollen Astronomen den 17. Juni als tatsächliches Weihnachtsdatum identifiziert haben: Das berichtet der "Daily Telegraph" in seiner Online-Ausgabe. Die neuen Erkenntnisse gehen auf den australischen Astronomen Dave Reneke und sein Team zurück. Reneke war leitender Dozent am Port Macquarie Observatory in New South Wales, heute arbeitet er als Nachrichtenredakteur des Magazins "Sky and Space".

Er und sein Team haben mit Hilfe moderner Computer-Software errechnet, wie die Sterne vor mehr als 2000 Jahren über dem Heiligen Land gestanden haben: "Astronomie ist eine präzise Wissenschaft. Wir können exakt einzeichnen, wo die Planeten waren", so Reneke. Bei seinen Berechnungen habe er sich auf den Zeitraum zwischen den Jahren 3 vor Christus und 1 nach Christus konzentriert.

Als Referenz habe er das Matthäus-Evangelium verwendet - und eine Entdeckung gemacht: "Venus und Jupiter rückten im Jahr 2 vor Christus sehr eng zusammen." Diese Annäherung habe wie ein gemeinsamer heller Stern ausgesehen, das Licht könne den Drei Weisen aufgefallen sein. "Wir sagen nicht, dass dies definitiv der Weihnachtsstern war", schränkt Reneke ein. "Doch das ist die überzeugendeste Erklärung, die ich bis dahin gesehen habe." Die planetare Annäherung im Sternbild Löwe datiert er somit auf den 17. Juni, im Jahre 2 vor Christus.

Gegenüber dem "Daily Telegraph" betonte Reneke, dies sei kein Angriff auf die Religion: "Immer wenn wir Wissenschaft und Religion mischen, ärgert das manche Leute. In diesem Fall kann es aber den Glauben der Menschen stärken."

Früheren Theorien zufolge soll der Stern eine Supernova oder sogar ein Komet gewesen sein.

msh

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