Astronomie 2004 Die Venus wandert vor die Sonne

Das neue Jahr verspricht neben zwei partiellen Sonnen- und zwei totalen Mondfinsternissen ein ganz besonderes Ereignis: Erstmals seit 121 Jahren wird die Venus zwischen Sonne und Erde stehen. SPIEGEL ONLINE bietet eine astronomische Vorschau auf das Jahr 2004.


Mondfinsternis 2003 über Wien: Das neue Jahr beschert den Europäern zwei weitere lunare Eklipsen
REUTERS

Mondfinsternis 2003 über Wien: Das neue Jahr beschert den Europäern zwei weitere lunare Eklipsen

Das neue Jahr beschert den Europäern ein Himmelsereignis, das kein heute lebender Mensch je beobachten konnte. Unser innerer Nachbarplanet, die Venus, wird am 8. Juni als dunkler Punkt vor der grellen Sonnenscheibe vorbeiziehen. Ein solcher Venustransit erfolgte zuletzt im Dezember 1882.

Der Venusdurchgang vom 8. Juni 2004 kann in den Vormittagsstunden von Mitteleuropa aus beobachtet werden. Der nächste findet am 5. Juni 2012 statt. Allerdings wird er von Deutschland aus nicht zu sehen sein. Erst im Jahr 2125 ist von unseren Gegenden aus wieder ein Venustransit zu verfolgen.

Vier Mal werden sich in diesem Jahr Sonne und Mond verfinstern. Die beiden partiellen Sonnenfinsternisse vom 19. April und vom 14. Oktober sind von Europa aus nicht zu sehen. Dafür aber ist in Deutschland die totale Mondfinsternis am 4. Mai zu bequemer Abendstunde in voller Länge sichtbar. Auch die totale Mondfinsternis am 28. Oktober kann von unseren Gegenden aus verfolgt werden, allerdings findet sie in der zweiten Nachthälfte statt.

Strahlende Planeten zu Jahresbeginn

Zu Jahresbeginn sind die vier hellen Planeten Venus, Mars, Jupiter und Saturn am Nachthimmel vertreten. Venus spielt ihre Rolle als hell glänzender Abendstern. Mars kann in der ersten Nachthälfte gesehen werden. Jupiter im Sternbild des Löwen ist am besten in der zweiten Nachthälfte zu beobachten. Fast die ganze Nacht über sichtbar ist der Saturn.

Die Venus: Unser Nachbarplanet wird erstmals seit 121 Jahren wieder zwischen Erde und Sonne hindurch wandern
NASA/ JPL

Die Venus: Unser Nachbarplanet wird erstmals seit 121 Jahren wieder zwischen Erde und Sonne hindurch wandern

Auch der schwierig zu beobachtende Merkur zeigt sich Mitte Januar am Morgenhimmel. Ende März bis Anfang April bietet der flinke und sonnennahe Planet die einzige Abendsichtbarkeit im Jahr 2004. Mitte bis Ende September sowie im letzten Dezemberdrittel kann Merkur kurz vor Sonnenaufgang am Morgenhimmel gesehen werden.

Venus bleibt im Frühjahr hell strahlender Abendstern. Ende Mai zieht sie sich schnell zurück und wandert am 8. Juni als dunkler Punkt vor der Sonne vorbei. Ende Juni taucht Venus dann am Morgenhimmel auf. Der Mars strahlt noch bis Ende Mai am Abendhimmel, allerdings ist er nicht mehr auffällig hell. Im Sommer und Herbst hält er sich in den Strahlen der Sonne verborgen. Erst Mitte November taucht er allmählich wieder am Morgenhimmel auf.

Der März ist der Monat des Jupiters

Jupiter erreicht seine Glanzzeit im März, er ist dann die ganze Nacht über sichtbar. Nach Venus ist Jupiter der hellste Planet, der sofort als strahlend heller Lichtpunkt auffällt. Mitte August zieht sich der Gasriese vom Abendhimmel zurück und wird unbeobachtbar. Schon im Laufe des Oktobers erscheint Jupiter wieder am Morgenhimmel. Saturn kann bis Anfang Juni am Abendhimmel erspäht werden. Mitte August macht sich der Ringplanet wieder am Morgenhimmel bemerkbar.

Schon am 4. Januar passiert die Erde ihren sonnennächsten Bahnpunkt. An diesem Tag trennen uns 147,1 Millionen Kilometer von der Sonne. Zu Mittag am 5. Juli erreicht die Erde mit 152,1 Millionen Kilometern ihre größte Sonnenentfernung.

Exakt um 7.49 Uhr überschreitet die Sonne am 20. März den Himmelsäquator in nördlicher Richtung - der astronomische Frühling beginnt. Den Gipfel ihrer Jahresbahn erreicht die Sonne am 21. Juni um 2.57 Uhr Sommerzeit - der Zeitpunkt des Sommerbeginns.

Die Herbstbeginn, die Tagundnachtgleiche, fällt auf den 22. September, wobei die Sonne um 18.30 Uhr Sommerzeit abermals den Himmelsäquator kreuzt - diesmal in südlicher Richtung. Der Winterbeginn fällt auf den 21. Dezember. Um 13.42 Uhr nimmt die Sonne an diesem Tag ihren Jahrestiefststand ein. Man erlebt den kürzesten Tag auf den die längste Nacht des Jahres folgt.



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