Sonnensterben Das Ende wird spektakulär

Was passiert, wenn die Sonne stirbt? Lange hatten Astronomen keine eindeutige Antwort darauf. Nun sind sich einige sicher, die Lösung gefunden zu haben.

Bearbeitete Nasa-Aufnahme der Sonne
NASA/SDO

Bearbeitete Nasa-Aufnahme der Sonne


Über die Lebenserwartung unserer Sonne sind sich Wissenschaftler ziemlich einig: Sie geben ihr noch etwa zehn Milliarden Jahre. Doch wie sie nach ihrem Tod aussehen wird, war bisher weitgehend unklar. Nun sagen Astronomen voraus: Unsere Sonne wird sich in ein riesiges Gebilde aus leuchtendem, interstellarem Gas und Plasma verwandeln - einen sogenannten "planetarischen Nebel".

Der Begriff ist irreführend, denn mit Planeten haben solche Nebel nichts zu tun. Der Begriff entstand im 18. Jahrhundert, damals waren planetarische Nebel durch Teleskope kaum von Planeten zu unterscheiden. Tatsächlich sind sie jedoch die Überreste von Sternen.

Der Katzenaugennebel zeigt, wie ein planetarischer Nebel aussehen kann
NASA

Der Katzenaugennebel zeigt, wie ein planetarischer Nebel aussehen kann

Bisher dachten Forscher, unsere Sonne habe eine zu geringe Masse, um einen sichtbaren Nebel zu hinterlassen. Ein Forscherteam um den Astronomen Albert Zijlstra von der Universität Manchester hat nun ein neues Datenmodell entwickelt, das den Lebenszyklus eines Sterns vorhersagen kann, wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature Astronomy" berichten.

"Wenn ein Stern stirbt, stößt er Unmengen an Gas und Staub in den Weltraum aus, was den Kern des Sterns enthüllt", sagt Zijlstra. Der heiße Kern sorgt dafür, dass der planetare Nebel sichtbar wird - meist etwa 10.000 Jahre lang, eine extrem kurze Zeit in der Astronomie. "Einige planetarische Nebel sind so hell, dass sie noch aus extremen Entfernungen von mehreren Millionen Lichtjahren zu sehen sind. Den Stern selbst hätte man aus diesen Entfernungen nicht beobachten können", sagt Zijlstra.

"Problem gelöst"

Die Berechnungen erklären auch ein Paradoxon, über das Astronomen seit einem Vierteljahrhundert rätseln. Denn laut bisherigen Berechnungen müssten eigentlich alte Sterne mit einer geringen Masse deutlich schwächere Nebel erzeugen als junge, große Sterne - tun sie aber nicht.

Laut dem Modell des Astronomen erhitzen sich Sterne jedoch dreimal schneller als bisher gedacht, wenn sie ihre Hülle abstoßen. Dadurch erzeugten auch Sterne mit einer geringen Masse einen sichtbaren planetarischen Nebel. "Problem gelöst", sagt Zijlstra. Unsere Sonne könnte demnach noch gerade genug Masse für ein fulminantes Ende haben. Wäre sie nur ein wenig kleiner, würde es nicht für einen sichtbaren planetarischen Nebel reichen.

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Auf zum Mars

Das Ende der Sonne wird die Menschheit allerdings wahrscheinlich nicht miterleben. Denn in wenigen Milliarden Jahren wird sich die Sonne voraussichtlich zu einem roten Riesen aufblähen. Dabei schrumpft der Kern der Sonne zusammen, der äußere Teil dehnt sich erheblich aus. Sämtliches Wasser auf der Erde würde dabei verdampfen, wenn nicht gar der ganze Planet.

Wissenschaftler empfehlen der Menschheit deshalb schon länger, sich nach einem anderen Planeten umzusehen. Stephan Hawking hatte beispielsweise Siedlungen auf dem Mars vorgeschlagen. Auch Weltraumagenturen wie die Nasa oder die Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk denken darüber nach, bemannte Raumschiffe zum Mars zu schicken, konkrete Pläne gibt es dafür aber bislang nicht.

koe



insgesamt 79 Beiträge
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Seite 1
teldg 08.05.2018
1.
1. Er hiess Stephen Hawking 2. In 10 Milliarden Jahren gibt es keine Menschen mehr. Keine Tierart kann 10 Milliarden Jahre überstehen. Selbst wenn der Mensch es schafft, sich innerhalb der nächsten 200 Millionen Jahre nicht selbst auszurotten oder von Viren/Bakterien/neuen Spitzenpredatoren dezimiert zu werden, wird er wohl aus evolutionären Gründen in 200 Mio. Jahren kein "Mensch" mehr sein, sondern irgendein Wesen, das sich an seinen veränderten Lebensraum angepasst hat. Vielleicht wird er ein TyrannoHumanus Rex oder vielleicht wieder ein im Boden lebendes Mäuschen ? Vielleicht lebt er wieder im Wasser und atmet mit Kiemen ? Jedenfalls sind diese "In ein paar Milliarden Jahren wird der Mensch ..."-Geschichten pure, von Fantasten ersonnene Science Fiction.
santoku03 08.05.2018
2.
"Denn in wenigen Milliarden Jahren wird sich die Sonne voraussichtlich zu einem roten Riesen aufblähen. Dabei schrumpft der Kern der Sonne zusammen, der äußere Teil dehnt sich erheblich aus. Sämtliches Wasser auf der Erde würde dabei verdampfen, wenn nicht gar der ganze Planet. Wissenschaftler empfehlen der Menschheit deshalb schon länger, sich nach einem anderen Planeten umzusehen." Da ist ja noch ein büschen Zeit.
spiegkom 08.05.2018
3.
"Denn in wenigen Milliarden Jahren wird sich die Sonne voraussichtlich zu einem roten Riesen aufblähen." "Wissenschaftler empfehlen der Menschheit deshalb schon länger, sich nach einem anderen Planeten umzusehen." Mei, mei, was für ein Krampf, den den man da lesen muss. Sind das etwa auch die Wissenschaftler, die die Klimaprognosen anfertigen?
rossie 08.05.2018
4.
O je, immer wieder dieser Spruch, so ungefähr: "In 2 bis 3 Milliarden Jahren schluckt die Sonne unsere Erde, wird die Menschheit dann entkommen, nach Mars umsiedeln usw.?" Welcher beschränkter Geist schreibt diese 'wissenschaftlichen' Artikel ?! Schon innerhalb ein paar Tausend Jahren (allerspätestens...) wird unsere Schicksal entschieden. Da haben wir uns entweder ausgelöscht (oder zurück zur Steinzeit befördert) ODER wir Menschen - oder das, worin wir uns verwandelt haben - sind schon längst über unser eigenes Sonnensystem hinausgekommen. Hoffentlich dabei weniger (selbst)zerstörerisch, aber wer weiß. Schon eine Million Jahre in der Zukunft ist so weit für die "Menschheit", dass "wir" warscheinlich gar nicht mehr existieren; allerhöchstens andere Wesen, die auf uns zurückzuführen wären. Der Schickal unserer Sonne in über eine Milliarde Jahren kann der Menschheit also vollkommen schnuppe sein. Zumindest was unser eigenes Überleben betrifft.
permissiveactionlink 08.05.2018
5. Noch 10 Milliarden Jahre ?
Wie schön ! Normalerweise wurde die Lebensdauer eines Sternes mit einer Sonnenmasse nur auf 12,5 Milliarden Jahre geschätzt. Also bis zum weißen Zwerg mit oder ohne planetarischen Nebel. Und 4,6 Milliarden Jahre sind davon sogar schon vorbei ! Viel wichtiger für alles was kreucht und fleucht auf Erden ist aber (gerade jetzt bei der Hitze) die unabänderliche Tatsache, dass die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Erde auch ohne Treibhauseffekt und Klimawandel (also ganz ohne UNS !) in 900 Millionen Jahren bereits die 30°C überschreitet, und eine weitere Milliarde Jahre später auf über 100°C steigt. Sonnenleistung und -radius steigen nämlich über die Lebensdauer hin kontinuierlich an. Von 2,7*10^26W bis 8,5*10^26W im Hauptreihenstadium auf 8,9*10^29W am Ende des roten Riesenstadiums. Der Radius steigt währenddessen von 0,9R bis auf 166R an (R = aktueller Sonnenradius). Die Uhr tickt also für uns alle, nicht nur für Damen vor der Menopause. Wenn wir noch hier sein sollten, wenn sich die Sonne zum roten Riesen aufbläht, dann besser nicht auf der Erde, sondern weiter draußen, vielleicht auf dem Jupitermond Europa. Auf dem wird es im Lauf der kommenden Jahrmilliarden gewiß für Klimaflüchtlinge gastfreundlicher als momentan in Bayern !
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