Astronomie-Foto Orions Sternenkinder

Auf der Suche nach neugeborenen Sternen orientieren sich Astronomen Richtung Orion. Dort entstehen die Himmelskörper in einer gigantischen Wolke kalten Staubs. Forscher haben nun 15 besonders junge Sterne entdeckt.

Helle Nebel, heiße Sterne, kalter Staub: "Apex"-Aufnahme der Orion-Molekülwolke
ESO

Helle Nebel, heiße Sterne, kalter Staub: "Apex"-Aufnahme der Orion-Molekülwolke


Die Geburt eines Sterns mitzuerleben - das ist Astronomen bislang noch nicht gelungen. Doch Sterne in ihrer frühesten Lebensphase lassen sich an manchen Orten in der kosmischen Nachbarschaft schon recht gut beobachten.

Ein Sternenentstehungsgebiet liegt aus Sicht der Erde im Sternbild Orion: die sogenannte Orion-Molekülwolke. Die Europäische Südsternwarte Eso, die diese Aufnahme des "Apex"-Teleskops veröffentlicht hat, beschreibt sie als "unerschöpflichen Schmelztiegel aus hellen Nebeln, heißen, jungen Sternen und kaltem Staub". Die Wolke liegt rund 1300 Lichtjahre entfernt von der Erde und erstreckt sich über mehrere hundert Lichtjahre.

Im Bereich des sichtbaren Lichtes ist der Bereich schlecht zu durchschauen, die vielen Staubteilchen trüben den Blick. Im sogenannten Submillimeterbereich allerdings strahlen die Körnchen hell, da sie sehr kalt sind. Das ergibt sich aus der Faustregel, dass kalte Objekte eher im langwelligen Bereich leuchten und heiße im kurzwelligen. Auf der Aufnahme ist das Leuchten den Staubes als orangerotes Band zu sehen.

Ein Bild der Himmelsregion im sichtbaren Licht wurde mit den Daten aus dem Submillimeterbereich überlagert, so dass unter anderem das bekannte Sternbild zu erkennen ist. Dieses Bild wurde im Rahmen des Digitized Sky Survey 2 der Eso aufgenommen.

Oben im Bild überstrahlt der Orionnebel das Staubleuchten, er ist der hellste Teil der großen Sternenkinderstube, schreibt die Eso. Der Nebel, auch bekannt als Messier 42, ist sogar mit bloßem Auge am Nachthimmel zu sehen. Wer die Struktur im Schwert des Orion sieht, blickt auf das Sternenentstehungsgebiet, das der Erde am nächsten liegt.

Die Aufnahme dient natürlich in erster Linie wissenschaftlichen Zwecken: Forscher haben mit Hilfe von "Apex" und dem kürzlich in den Ruhestand versetzten Weltraumteleskop "Herschel" nach Protosternen im Orion gesucht. Die 15 nun entdeckten Objekte, die in diese Klasse fallen, gehören vermutlich zu den jüngsten bisher gesichteten Protosternen, berichtet die Eso.

wbr

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