Astronomie: Strahlenausbruch eines Sterns trifft die Erde

Die Erde ist am 27. Dezember 2004 um halb elf Uhr nachts von einem gewaltigen Gamma- und Röntgenstrahlen-Ausbruch getroffen worden. Der Grund: Ein Neutronenstern setzte in einer Zehntelsekunde mehr Energie frei als die Sonne in 100.000 Jahren. Ein Ereignis, das nur einmal in Hunderten von Jahren vorkommt.

Frankfurt/Main - Ihren Ursprung hatte die Strahlung in einem Neutronenstern in etwa 50.000 Lichtjahren Entfernung, wie mehrere Forschungsorganisationen auf der Welt jetzt mitteilten. Die Wellenfront war dabei intensiver als der stärkste jemals gemessene Strahlungsausbruch unserer Sonne, berichteten Astrophysiker am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching.

Das Ereignis wurde von Radioteleskopen auf der ganzen Welt und Satelliten im All beobachtet. Forscher in Australien berichteten, die Riesenexplosion des Neutronensterns SGR 1806-20 habe ihn für eine Zehntelsekunde heller als den Vollmond gemacht. Er sei damit das hellste Objekt außerhalb unseres Sonnensystems, das je ermittelt worden sei. Die Strahlung beeinträchtigte kurzzeitig auch die obere Schicht der Erdatmosphäre, berichtete die US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Der Neutronenstern, der wegen seiner besonderen Eigenschaften auch als Magnetar bezeichnet werde, habe in einer Zehntelsekunde mehr Energie freigesetzt als die Sonne in 100.000 Jahren.

So ein Ereignis gebe es nur einmal in hundert oder tausend Jahren, erklärte Bryan Gaensler vom Harvard-Smithsonian Zentrum für Astrophysik, der die Forschungen am australischen Radioteleskop CSIRO leitete. "Wäre das zehn Lichtjahre von uns entfernt passiert, dann hätte es die Atmosphäre schwer beschädigt und möglicherweise zu einem Massensterben geführt. Glücklicherweise gibt es keine Neutronensterne in unserer Nähe." Der nächste bekannte Neutronenstern, 1E 2259+586, ist rund 13.000 Lichtjahre entfernt.

Unter den bekannten Millionen von Neutronensternen sind nur zwölf Magnetare. Neutronensterne sind eingestürzte Sonnen, die eine ungeheuer starke magnetische Strahlung, aber nur einen Durchmesser von rund 25 Kilometern haben.

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Weltall
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Freitag, 18.02.2005 – 22:49 Uhr
  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback