Astronomie-Tagung Vatikan debattiert über Außerirdische

Gibt es außerirdisches Leben? Der Vatikan hat Wissenschaftler zu einem Meinungsaustausch darüber einladen. Angesichts der ständig wachsenden Zahl neu entdeckter Planeten halten viele Forscher außerirdisches Leben für wahrscheinlich. Nur der Leiter der Vatikanischen Sternwarte ist noch skeptisch.

Exoplanet mit Sonne (Zeichnung): "Wenn es existiert, werden wir es rasch finden"
AFP

Exoplanet mit Sonne (Zeichnung): "Wenn es existiert, werden wir es rasch finden"


Vatikanstadt - Die Teilnehmer einer wissenschaftlichen Tagung im Vatikan haben die Existenz von Leben außerhalb der Erde erörtert. Er sei optimistisch, schon in wenigen Jahren auf Spuren einer solchen außerirdischen Existenz zu stoßen, sagte der US-Astronom Chris Impey zum Abschluss der viertägigen Veranstaltung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Impey verwies auf die "unglaublichen Fortschritte" bei der Suche nach neuen Planeten: Erst 1995 sei der erste Planet außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt worden, jetzt "kennt man schon mehr als 400". Erst kürzlich hatten Astronomen die Entdeckung von 32 Exoplaneten auf einen Schlag bekanntgegeben.

Nach Ansicht der Astrophysikerin Athena Coustenis vom französischen Wissenschaftsinstitut CNRS sind die Chancen am größten, außerirdisches Leben innerhalb unseres Sonnensystems zu finden. "Wenn es existiert, werden wir es rasch finden", sagte sie. Sie wies darauf hin, dass auf dem Gebiet der Astrobiologie die "Realität jeden Tag die Fiktion überholt". Der Leiter der Vatikanischen Sternwarte, José Gabriel Funes, betrachtet die Suche nach außerirdischem Leben dagegen "etwas skeptischer". Noch im Mai 2008 hatte der argentinische Jesuit allerdings erklärt, dass sich der Glaube an Gott mit dem Glauben an Außerirdische vereinbaren lasse.

An dem Seminar anlässlich des internationalen Jahrs der Astronomie nahmen rund 30 Astronomen, Biologen, Physiker, Geologen und Chemiker teil. Nach den Worten des Leiters der Sternwarte wurden sie allein wegen ihres "Fachwissens auf ihrem Gebiet" eingeladen. "Einen Taufschein haben wir nicht von ihnen verlangt", sagte Funes.

lub/AFP

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