Atacama-Wüste Europäer bauen größtes Teleskop der Erde

Es soll die Wahrnehmung des Universums revolutionieren - so wie Galileis Teleskop vor 400 Jahren: In einer der trockensten Wüste der Erde, der chilenischen Atacama, bauen europäische Forscher das weltgrößte Teleskop. Damit wollen sie erforschen, wie Planeten entstehen und ob es außerirdisches Leben gibt.

ESO

Garching/Hamburg - Das neue Auge ins All wird 42 Meter im Durchmesser groß sein und auf einem 3060 Meter hohen Berg stehen, einsam, in der Atacama-Wüste Chiles. Für den Bau des weltgrößten Teleskops haben sich europäische Forscher eine der trockensten Wüste der Erde, die chilenische Atacama, ausgesucht. Das Gerät wird auf dem Berg Cerro Armazones stehen, teilte die Europäische Südsternwarte (Eso) in Garching bei München mit. Nach weiteren Planungen zur Konstruktion soll der Bau 2011 beginnen, 2018 könne das "European Extremely Large Telescope" (E-ELT)seinen Betrieb aufnehmen.

Die Entscheidung für Chile und damit gegen Spanien hatten Vertreter der 14 Eso-Mitgliedstaaten getroffen, darunter Deutschland. Das E-ELT werde die Wahrnehmung des Universums vielleicht so revolutionieren wie Galileis Fernrohr vor rund 400 Jahren, so die Forscher. Die Astronomen wollen unter anderem herausfinden, wie sich die Planeten formten und ob es Leben außerhalb der Erde gibt.

Das Gerät wird sowohl im sichtbaren als auch im infraroten Bereich arbeiten. Die Atacama-Wüste ist aufgrund der Trockenheit und Dunkelheit besonders gut für die Sternbeobachtung geeignet. Daher steht dort bereits auch das Very Large Telescope (VLT) der Eso, in Cerro Paranal, etwa 20 Kilometer vom Standort des E-ELT entfernt.

lub/dpa

insgesamt 94 Beiträge
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Seite 1
Klo, 13.06.2008
1.
Zitat von sysop800 Millionen Euro für ein Teleskop - lohnen sich solche Ausgaben für die Astronomie? Oder sollten solche Beträge besser in die angewandte Forschung fließen?
Ohne Grundlagenforschung gibt es auch keine Anwendungen. Ob es sich lohnt wird vorab kaum jemand wirklich wissen. Aber das Geld dürfte immer noch besser angelegt sein, als die 35 Milliarden, welche der deutsche Steuerzahler jährlich für seine Kriegsmaschinerie ausgibt. Insofern....
MonaM 13.06.2008
2. Blick ins Universum
Zitat von sysop800 Millionen Euro für ein Teleskop - lohnen sich solche Ausgaben für die Astronomie? Oder sollten solche Beträge besser in die angewandte Forschung fließen?
Aber ja. Das heißt: Ich bin dafür, in Grundlagenforschung zu investieren, auch wenn man vorher nie so genau weiß, ob es sich lohnen wird. Im übrigen finde ich auch als blutiger Laie die Ergebnisse der Astronomie ungeheuer spannend - vorausgesetzt, jemand ist bereit und in der Lage, sie einem verständlich zu erklären.
Reziprozität 13.06.2008
3.
Zitat von KloOhne Grundlagenforschung gibt es auch keine Anwendungen. Ob es sich lohnt wird vorab kaum jemand wirklich wissen. Aber das Geld dürfte immer noch besser angelegt sein, als die 35 Milliarden, welche der deutsche Steuerzahler jährlich für seine Kriegsmaschinerie ausgibt. Insofern....
Ich kann mich dem nur vollumfänglich anschliessen. Und möchte anregen, dass es auch mal Diskussionsthemen geben sollte wie "200 Millionen Euro für einen Eurofighter-lohnende Investition?"
Zsuzsanna, 13.06.2008
4.
Zitat von KloOhne Grundlagenforschung gibt es auch keine Anwendungen. Ob es sich lohnt wird vorab kaum jemand wirklich wissen. Aber das Geld dürfte immer noch besser angelegt sein, als die 35 Milliarden, welche der deutsche Steuerzahler jährlich für seine Kriegsmaschinerie ausgibt. Insofern....
Stimmt, aber ich denke, die vom Sysop gebotene Alternative ist nicht die Einzige. Grundlagenforschug gibt es nicht nur in der Astronomie - die Frage, will man mit 800 Mio Aufwand den All erforschen auf Kosten von anderen Bereichen ist schon schwerer zu beantworten. Wenn Sie bedenken wie hoch der Etat eines Uni-Instituts (oder ähnlicher akademischen Einheit) ist, dann ist 800 Mio echt viel Forschungsgeld. Wenn das die Alternative ist, dann haben Sie völlig recht.
GeneMachine 13.06.2008
5.
Zitat von ZsuzsannaStimmt, aber ich denke, die vom Sysop gebotene Alternative ist nicht die Einzige. Grundlagenforschug gibt es nicht nur in der Astronomie - die Frage, will man mit 800 Mio Aufwand den All erforschen auf Kosten von anderen Bereichen ist schon schwerer zu beantworten. Wenn Sie bedenken wie hoch der Etat eines Uni-Instituts (oder ähnlicher akademischen Einheit) ist, dann ist 800 Mio echt viel Forschungsgeld. Wenn das die Alternative ist, dann haben Sie völlig recht.
Das ist schon richtig, aber ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, hier die Fachbereiche gegeneinander auszuspielen. Grundlagenforschung ist nun einmal in der Astronomie und in der Hochenergiephysik am teuersten. Die meisten anderen naturwissenschaftlichen Gebiete benötigen einfach nicht diese Beträge um Grundlagenforschung zu betreiben. Ich hielte es für einen Fehler, gerade die genannten Fächer aus ökonomischen Erwägungen zu vernachlässigen.
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