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Satellitenbild der Woche: Mitten im Meer

Von der ISS aus geschossenes Foto: Manihiki Island Zur Großansicht
NASA/ JSC

Von der ISS aus geschossenes Foto: Manihiki Island

Ein bisschen von Sommer, Sonne und Meer träumen, das muss an einem ungemütlichen Novembertag erlaubt sein. Das Satellitenbild der Woche führt deshalb in den Südpazifik.

Um die Ecke liegt Manihiki nicht gerade - und das lässt sich nicht nur von Deutschland aus sagen. Von Hawaii aus sind es mehr als 3000 Kilometer Strecke, von der Nordspitze Neuseelands um die 3800 Kilometer, Australien ist noch mal ein ordentliches Stück weiter entfernt. Selbst die Hauptstadt der Cookinseln, zu denen Manihiki gehört, liegt in rund 1200 Kilometern Entfernung.

Der Fotograf, der Manihiki kürzlich abgelichtet hat, war dem Atoll also vergleichsweise nahe: Er knipste von Bord der Internationalen Raumstation aus. Und die kreist in rund 400 Kilometern Höhe.

Auf dem Atoll selbst sind die Wege kurz. Rund fünfeinhalb Quadratkilometer Fläche umfasst das schmale Insel-Band, das die zentrale Lagune umschließt. Dort züchten die Bewohner Muscheln, deren Perlen nicht weiß, sondern schwarz sind. Das flache, warme Wasser der Lagune ist auf dem Foto hellblau. Die Landfläche besteht größtenteils aus Sandstrand, nur an wenigen höher gelegenen Stellen wachsen Bäume.

Fotostrecke

16  Bilder
Erstaunliche Wasserphänomene: Zerschnitttenes Reich, vereinigte Gletscher
Immerhin: Zum Nachbaratoll Rakahanga sind es nur gut 40 Kilometer - ein Katzensprung könnte man da denken.

Doch dass auch diese vergleichsweise kurze Reise durchaus ihre Tücken haben kann, zeigt die Geschichte von Teehu Makimare: Gemeinsam mit sechs anderen war er im August 1963 zur Nachbarinsel gesegelt, um Lebensmittel einzukaufen. Auf der Rückreise gerieten sie jedoch in schlechtes Wetter. Das Boot wurde teilweise zerstört, kam vom Kurs ab, trieb auf dem Ozean. 64 Tage dauerte es, bis sie endlich wieder Land unter den Füßen hatten. Da hatten sie mehr als 3000 Kilometer zurückgelegt und die Neuen Hebriden (heute: Vanuatu) erreicht. Nur drei der Männer überlebten die Strapazen, Makimare wurde unter anderem mit der "Stanhope Medaille" geehrt.

Auf dem aktuellen Foto sind zwei Siedlungen zu erahnen: Tukao, auf dem Bild am oberen linken Rand, liegt an der Nordspitze des Atolls. Tauhunu befindet sich auf dem Foto in der unteren linken Hälfte. Nur einige Hundert Menschen leben noch auf Manihiki. In den vergangenen Jahren sind Medienberichten zufolge viele fortgezogen, nachdem infolge der Weltwirtschaftskrise die Preise extrem gestiegen waren - immer weite Wege zu haben, ist eben bei der Warenversorgung ein Nachteil.

wbr

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