ATV "Albert Einstein": Neue Kamera zeigt feurigen Raumtransporter-Start

ESA/DLR-BMWi

Ein neues Kamerasystem hat die Reise des Raumtransporters "Albert Einstein" aus ganz besonderer Perspektive gefilmt. Von der Außenseite der Rakete zeigt es den feurigen Start und die Abtrennung der einzelnen Stufen.

Der Versorgungslaster ist voll bepackt: Neben zweieinhalb Tonnen an Experimenten, Ersatzteilen, Lebensmitteln und Kleidung bringt der europäische Raumstransporter "Albert Einstein" gerade auch mehr als drei Tonnen Treibstoff sowie Sauerstoff, Stickstoff, Luft und Trinkwasser zur Internationalen Raumstation. Die "Ariane 5"-Rakete hat mit mehr als 20 Tonnen nicht nur einen neuen Nutzlastrekord aufgestellt, ein neues Kamerasystem hat den Start in der Nacht zum Donnerstag auch aus ganz besonderer Perspektive gefilmt.

Das in Deutschland entwickelte "Sterex"-System ("Stereo Experiment") hat die Reise an der Außenseite der Rakete verfolgt. Die Rakete mit dem Raumtransporter an Bord hob vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ab. Und das Videomaterial zeigt, wie nach dem feurigen Start die einzelnen Stufen der "Ariane 5" nach und nach abgetrennt werden.

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Europäischer Raumtransporter: "Albert Einstein" ist unterwegs
Es war erst das zweite Mal, dass überhaupt ein Kamerasystem auf einer europäischen Trägerrakete mitgeflogen ist. Das Vorläufersystem "Ocam" zeichnete einen Start im Oktober 2006 auf. Diese Bilder wurden seitdem bei vielen "Ariane"-Starts gezeigt. Nun hat das insgesamt 17 Kilogramm schwere "Sterex"-System mit seinen vier Kameras frisches Material geliefert. Zu sehen ist auch, wie sich der Raumtransporter schließlich allein auf den Weg zur Raumstation macht.

Das Kamerasystem stammt vom Hersteller Kayser-Threde in München und wurde mehrheitlich von der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bezahlt. Die Technik wird beim Start mit Hilfe eines Beschleunigungssensors aktiviert. Die Aufnahme von 25 Bildern pro Sekunde, die Datenspeicherung und die Übertragung des Materials zum Boden laufen dann automatisch. Für den Empfang der Videodaten ist die DLR-Bodenstation in Weilheim verantwortlich.

Das Kamerasystem hat den Start auch in 3D gefilmt, diese Aufnahmen werden Ende des Monats auf der Pariser Luftfahrtschau vorgestellt. In Zukunft soll das Gerät auch bei anderen europäischen Missionen mitfliegen, das nächste Mal beim Start des Erdbeobachtungssatelliten "Sentinel 1a". Er hebt Anfang des kommenden Jahres mit einer "Sojus"-Rakete in Kourou ab.

chs

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