Aufenthalt im All Italienerin stellt neuen Langzeitrekord auf

Wegen eines Raketenabsturzes muss die Astronautin Samantha Cristoforetti ihren Aufenthalt an Bord der Raumstation ISS verlängern. Das beschert ihr nun einen Rekord.

Samantha Cristoforetti (November 2014): "Großartige Leistung"
REUTERS

Samantha Cristoforetti (November 2014): "Großartige Leistung"


Die italienische Raumfahrerin Samantha Cristoforetti (38) ist neue Rekordhalterin für Langzeitflüge von Frauen im Weltall. Die Absolventin der TU München hielt sich am Sonntag den 195. Tag auf der Internationalen Raumstation ISS auf. Damit schwebt die Astronautin von der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) länger nonstop um die Erde als die bisherige Rekordhalterin Sunita Williams aus den USA (194 Tage in den Jahren 2006 und 2007).

Geplant war Cristoforettis Rekord nicht: Die ehemalige Kampfpilotin sollte ursprünglich Ende Mai zur Erde zurückkehren. Nach dem Absturz eines russischen Raumfrachters "Progress M-27M" wurde der Heimflug aber auf Mitte Juni verschoben. Die Flugleitzentrale bei Moskau habe das Abkoppeln der Sojus-Kapsel nun auf den 11. Juni datiert, teilte Cristoforetti per Twitter mit. "Sieht aus, als würden sie es diesmal ernst meinen."

Der künftige Esa-Chef Jan Wörner gratulierte Cristoforetti zu ihrem Rekord und sprach von einer "großartigen Leistung". Mit der Bestmarke stehe sie in einer Reihe mit dem Russen Sergej Krikaljow und dem Deutschen Thomas Reiter, sagte Wörner. Krikaljow hält mit 803 Tagen den Weltrekord, in Europa sind die 350 All-Tage von Reiter die Bestmarke.

Die in Mailand geborene Astronautin war am 23. November 2014 vom Weltraumbahnhof Baikonur zur ISS gestartet. Außer Cristoforetti arbeiten derzeit drei Russen und zwei US-Amerikaner auf der Raumstation ISS rund 400 Kilometer über der Erde.

Die Wartezeit verkürzen kann sich die italienische Astronautin immerhin mit frisch gebrühtem Espresso. Mitte April hatte ein Raumfrachter eine eigens für den Einsatz in der Schwerelosigkeit entwickelte Espressomaschine zur ISS gebracht. Am 3. Mai twitterte Cristoforetti dann ein Foto von der Verkostung.

Un Espresso, per favore!

hda/dpa

insgesamt 7 Beiträge
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quark@mailinator.com 07.06.2015
1.
Mit 200 Tagen steht mal also in einer Reihe mit jemandem, der 800 Tage unter wesentlich schlechteren Bedingungen gemacht hat. Da ist sie wieder, diese abstruse Art Gleichheit. Nicht, daß es wichtig wäre, wer nun grad zufällig am Längsten da oben war. Eine Krankenschwester, die in knapp 50 Dienstjahren die meisten und anstrengendsten Nachtschichten abgerissen hat, bekommt auch keinen Artikel und keinen Glückwunsch. Die Welt ist nicht fair zu denen, die diese Kugel wirklich am Laufen halten.
sonrisa86 07.06.2015
2. mimimi
Jetzt folgen die Beiträge das eine Krankenschwester oder noch schlimmer eine Erzieherin eher einen Beitrag verdient hätten. Diese Frau hat eine glanzvolle Karriere hingelegt, an verschiedenen Unis. Gleichzeitig sich in mehreren Männerdomänen durchgesetzt und viel mehr Verantwortung und Wissen als man in einem normalen Beruf benötigt. Respekt sage ich da nur.
Alastor2718 07.06.2015
3.
Wer in Star-Trek Uniform an Bord der ISS original Captain Janeway Zitate twittert, ist eh über jede Kritik Normalsterblicher erhaben. Also mosert nicht, Unwürdige! :)
giovanniconte 07.06.2015
4. Ist doch 'ne Frau...!
@sonrisa86, kapierste denn gar nichts? Mönsch, das ist doch eine Frau, kein Mensch, E I N E Frau! Und die kann ganz viele Dinge, die Frauen sonst nicht können und machen. Also bügeln und kochen und so. Die kann auch fliegen, also selber, die hat nicht nur den Auto Führerschein. Nein, die kann, anders! Jaha.
sonrisa86 07.06.2015
5. ?
Und was möchtest du jetzt von mir? :D Ist doch schnuppe ob das ne Frau ist. Die hat trotzdem den weit aus lukrativeren Beruf und zu Recht einen Bericht, im Gegensatz zu ner Krankenschwester. So ne Ausbildung kann jeder machen, ins All fliegen nicht. Ist nicht weiter der Rede wert.
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