Aufrüstung: Iran weiht Station zur Weltraumbeobachtung ein

Iran greift nach den Sternen: Staatspräsident Ahmadinedschad eröffnete am Sonntag eine Station zu Beobachtung von Flugkörpern im All und kündigte dabei ein eigenes Satellitenprogramm an.

Teheran - Iran hat eine Beobachtungsstation in Betrieb genommen, die Flugobjekte im Weltall näher unter die Lupe nehmen soll. Verteidigungsminister Achmed Vahidi sprach gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Irna von einem Durchbruch im Rahmen des iranischen Weltraumprogramms. Das Center diene in erster Linie der Beobachtung von Himmelkörpern, sei aber auch geeignet, Satelliten zu steuern. Man werde interessierten Staaten die gesammelten Daten gern zur Verfügung stellen.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad nutzte die Einweihung der Station, um ein eigenes Satellitenprogramm anzukündigen. Es solle helfen, Naturkatastrophen in dem erdbebengefährdeten Land besser in den Griff zu bekommen und das Telekommunikationsnetz auszubauen.

Die USA beobachten die Aktivitäten mit Argwohn. Sie befürchten ebenso wie ihre Alliierten in der Region, dass die Station auch für militärische Zwecke, etwa zur Steuerung von Mittelstreckenraketen eingesetzt werden kann.

Weltraumambitionen hegt die Regierung in Teheran bereits seit langem. Immer wieder war von Durchbrüchen die Rede, die von unabhängiger Seite nie überprüft werden konnten. Vor wenigen Monaten berichtete Iran stolz, mit "Koker 1" habe man die weltweit erste Drohne gebaut, die senkrecht starten könne. Später stellte sich jedoch heraus, dass Teheran lediglich Bilder eines Forschungsmodells der japanischen Chiba Universität veröffentlicht hatte.

Im Januar berichtete das iranische Staatsfernsehen auch vom erfolgreichen Flug einer Raumkapsel, die einen Affen an Bord hatte. Wieder wurden schnell Zweifel laut, ob der Flug tatsächlich stattgefunden hatte. Auf den Bildern, die die staatlichen Nachrichtenagenturen veröffentlichten, waren zwei verschiedene Affen zu sehen. Ob einer davon tatsächlich im Weltraum war, ist nach wie vor unklar.

mik/AP

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1.
Atheist_Crusader 09.06.2013
Zitat von sysopDie USA beobachten die Aktivitäten mit Argwohn. Sie befürchten ebenso wie ihre Alliierten in der Region, dass die Station auch für militärische Zwecke, etwa zur Steuerung von Mittelstreckenraketen eingesetzt werden kann.
Die USA sind sowieso gegen alles, was ihre Weltraum-Vorherrschaft irgendwie bedrohen könnte. Noch unter Bush wurde die Doktrin verabschiedet, dass jede Entwicklung einer Technologie die auch nur dazu geeignet wäre, die US-Vorherrschaft zu brechen (ungeachtet von deren Entwickler, eigentlicher Intention oder praktischem Einsatz) als feindselige Handlung einzustufen ist. Nicht, dass der Iran da in naher Zukunft Gefahr laufen würde. Da sollte man sich um andere eher Sorgen machen. Aber wer ein fortschrittliches Raumfahrtprogramm hat, hat auch normalerweise die Mittel, um sich nicht einfach von Washington herumschubsen zu lassen.
2.
tantalos1361 09.06.2013
stimme dem vorgegangenen Kommentar zu. Wer mal das oft gelesene Buch "Tsun Tzu" gelesen hat, weiß dass es immer besser ist, sich schwach zu zeigen, wenn man aber in Wahrheit doch Schlagkraft hat. Andersherum, so diese alten Weisheiten über den Krieg aus Fernost, ist es ratsam, sich aufzublähen und zu posen, wenn man in Wahrheit nur heiße Luft abgeben kann. Es wurde lange kaum oder diffamierend über die Cyberaktivitäten des Iran berichtet, da dies Hochtechnologie voraussetzt. Und dieses Bild vom Iran ist ja wie die Tat eines Bahnhofssprayers über das Bild vom Iran! Ziegen und Schafe gebe es dort, Wüste und bissel Weideland. Ungebildete, dumme, unfähige Menschen, mehr nicht. Ja, ja. Ich finde es nur gut, dass deutsche Rezipienten den Braten schon lange riechen und sich nicht voll lüllen lassen. In diesen Tagen fällt der westliche Vasall Erdogan, die vom Westen und den saudisten bezahlten und ausgestatteten Terroristen in Syrien werden gezielt nach Norden getrieben. Viel Spaß damit, Herr Erdogan! Sie sollten doch verstanden haben, dass es keine gute Zusammenarbeit mit dem Westen geben kann. Maximal können sie ein artiger Sklave sein. Und einen glücklichen Sklaven befreit man nicht, man erschießt ihn! Wer denkt, der Iran wird diese Attacke nur abgewehrt haben und sonst danach nichts weiteres, der irrt. In kurzer zeit wird die Offensive gestartet. Denn die Iraner haben schon längst gemerkt, dass dem Westen so einiges fehlt. Und sonst niemand noch vorhanden ist, sie aufzuhalten. Siehe Debatte Obama - Repr.haus über Liquidität usw. EU? Ja, bald gehen hier auch die Lichter aus. Erdogan geht schlafen. Dann bleiben diese saudisten übrig. Dann wird das der PayDay sein. Wenn der Iran in die direkte Offensive gegen diese abscheuerregenden Despoten am Unterleib des persischen Golfes geht, wird das ein Spaß. Man riecht auch dort seit langem diese Angst, die Ehrfurcht! Der Iran wird marschieren!
3. mit iran und nordkorea viel lieber friedl. nukl. koope.....
faessler.andreas 09.06.2013
mir waehre es viel lieber, anliegender und lobenswerter, mit iran und nordkorea zusammen auf der friedlichen atom und kernenergie, zur ehrgeizigen bemannten erkundung unseres planetensystems, gerade an der innovatieven grundlagenforschung und entwicklung nuklearer interplanetrarer bemannter raumraketen oder raumschiffen fuer ganz ehrgeizige, interplanetarische langzeit-dauermisssionen zu den uns anderen benachbarschaft im sonnensystem ganz eng weltweit global international zusammenzuarbeiten und zusammenzuarbeiten und zusammen zukooperieren! andreas faessler
4. Warum bringt man so etwas
clubzwei 09.06.2013
nicht einfach mal als schlichte Meldung? Warum muss gleich darin auch schon wieder der Argwohn der Amerikaner verpackt werden? Die Meldung ist das Zentrum, nicht das was das Zentrum jetzt schon wieder an Protesten hervorruft! Amerika ist sowieso gegen alles, was nicht aus einem Staat kommt der mit den Vereinigten Staaten brav kollaboriert!
5.
richardheinen 09.06.2013
Soll doch jeder Staat Satelliten produzieren und hochschießen. Dies zu verhindern, ist von außen schlichtweg unmöglich, auch militärisch nicht. Allerdings muss sich jeder Staat damit auseinandersetzen, dass die finanziellen Grenzen schnell erreicht sind. Jede Schuldenblase platzt irgendwann.
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.