Außerirdisches Leben Suche im Schatten der Roten Zwerge

Die Forschung nach Leben im Weltall wird ausgeweitet. Weitere 20.000 Sternensysteme sollen in die Suche nach Radiowellen möglicher außerirdischer Lebewesen einbezogen werden.

Kepler-16b (Illustration)
DPA/ NASA/ JPL-Caltech

Kepler-16b (Illustration)


Systematisch beobachtet werden sollen Planeten, die sogenannte Rote Zwerge umkreisen, teilte das auf diese Suche spezialisierte US-Institut Seti am Mittwoch im kalifornischen Mountain View mit.

Als Rote Zwerge werden kleine Sterne bezeichnet, in deren Innerem durch Kernfusion Wasserstoff in Helium umgewandelt wird. Sie sind besonders alt und besonders lichtschwach. Sie sind im Schnitt Milliarden von Jahre älter als unsere Sonne und mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

Das Umfeld der Roten Sterne galt bislang als nicht lohnendes Gebiet für die Suche nach Leben im All. Neue Daten haben die Forscher umdenken lassen. Nun sollen in einem auf zwei Jahre angelegten Projekt aus einer Liste von 70.000 Roten Zwergen 20.000 ausgewählt und die sie umkreisenden Himmelskörper systematisch abgehört werden. Dazu werden die Forscher die mit 42 Antennen ausgestattete Teleskopen-Anlage des Seti-Instituts (Search for Extraterrestrial Intelligence) in Nordkalifornien nutzen.

Abhöranlage in Hat Creek, Kalifornien
AP

Abhöranlage in Hat Creek, Kalifornien

Lange Zeit hatten Forscher die Suche nach Leben im Umfeld der Roten Zwerge für zwecklos gehalten, weil es dort zu wenig Licht gibt. Sie gingen davon aus, dass außerirdisches Leben am ehesten in Sternensystemen zu finden sei, die unserem System mit seiner stark leuchtenden Sonne ähneln, wie der Seti-Ingenieur Jon Richards erläuterte.

Im Umfeld der Roten Zwerge sind die Zonen, die grundsätzlich die Voraussetzungen für das Entstehen von Leben bieten, im Vergleich zu unserem Sonnensystem sehr klein.

Zudem gehen die Forscher davon aus, dass die Planeten, die innerhalb dieser Zonen um den Roten Zwerg kreisen, dies in einer sogenannten gebundenen Rotation tun. Das bedeutet: Eine Seite des Planeten ist permanent der Strahlung des Roten Zwergs ausgesetzt, die andere Seite ständig abgewandt.

Nach diesen Annahmen ist die eine Seite des Planenten also konstant hell und heiß, die andere permanent dunkel und kalt. Doch zeigen neue Forschungsergebnisse nach Angaben des Instituts, dass die Hitze von der einen Seite des Planeten womöglich teilweise auf die andere Seite übergeleitet wird - sodass ein größerer Teil dieser Planeten als bislang angenommen grundsätzlich bewohnbar wäre.

jul/AFP

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