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Aussterben der Dinos: Asteroiden-Crash im All besiegelte Tod der Saurier

Die Dinosaurier sind ausgestorben, weil vor 160 Millionen Jahren zwei riesige Asteroiden im All zusammengekracht sind. Das folgern Astronomen jetzt aus Computersimulationen. Die Bruchstücke des Crashs trafen die Erde - und auch Mond, Mars, Venus.

Es muss eine gewaltige Kollision gewesen sein, die sich vor 160 Millionen Jahren im Asteroidengürtel unseres Sonnensystems abgespielt hat. Ein Brocken von 60 Kilometer Durchmesser knallte mit fast 11.000 Kilometern pro Stunde auf einen anderen Asteroiden von 170 Kilometer Durchmesser. So haben es zumindest William Bottke und seine Kollegen von der vom Southwest Research Institute im US-Bundesstaat Colorado berechnet.

Durch den gewaltigen Crash seien etwa 300 Bruchstücke von mehr als zehn Kilometern Durchmesser und 140.000 weitere Brocken von mehr als einem Kilometer Größe entstanden, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Nature" (Bd. 449, S. 48). Die Kollision hatte weitreichende Folgen - auch für das Leben auf der Erde.

Knapp 100 Millionen Jahre später, also vor 65 Millionen Jahren, raste nach Berechnungen der Forscher ein Bruchstück von zehn Kilometer Durchmesser auf die Erde zu. Der Einschlag verursachte einen abrupten Klimawandel und führte so zum Aussterben der Dinosaurier, schreiben die Forscher.

Andere Wissenschaftler stellen zwar die gängige These vom Killermeteoriten in Frage, verweisen auf Vulkanausbrüche, die Klimaveränderung oder akuten Weibchenmangel. Aber Bottke und seine Kollegen glauben das nicht. In "Nature" schreiben sie, andere Bruchstücke aus dem Asteroidencrash in unserem Sonnensystem seien im Laufe der Jahrmillionen auf dem Mond, der Venus und dem Mars eingeschlagen und hätten dort viele Einschlagkrater hinterlassen.

Die Forscher stützen sich auf ein Computermodell, für das unter anderem chemische Altersbestimmungen eines auf der Erde eingeschlagenen Asteroiden und Kursberechnungen eingegeben wurden und von Bruchstücken, die heute noch im All schweben.

Der Einschlag des zehn Kilometer großen Asteroiden auf der Erde vor 65 Millionen Jahren habe wahrscheinlich einen Feuersturm ausgelöst und immense Mengen Staub in die Erdatmosphäre gebracht. Dadurch sei das Sonnenlicht verdunkelt worden. Die Erde sei durch die Abkühlung in einen globalen Winter geraten, bei dem viele Pflanzen und Tiere ausstarben. Die Einschlagstelle sei noch heute in einem Krater von 180 Kilometern Durchmesser bei Chicxulub auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan zu sehen.

hda/AFP

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