Weltraumbahnhof Baikonur Russische Rakete mit drei Satelliten abgestürzt

Sekunden nach dem Start am russischen Weltraumbahnhof Baikonur ist eine unbemannte Trägerrakete vom Typ Proton-M auseinandergebrochen und abgestürzt. An Bord waren drei Navigationssatelliten. Die Pannenserie für die russische Raumfahrt hält an.

AP/ Vesti 24 via APTN

Baikonur - Spektakulärer Fehlschlag am Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan: Wenige Sekunden nach dem Start ist dort eine unbemannte russische Trägerrakete vom Typ Proton-M außer Kontrolle geraten und abgestürzt. Verletzt wurde Medienangaben zufolge niemand. Die Proton-M sollte drei Navigationssatelliten in den Orbit bringen.

Fernsehbilder des staatlichen Senders Rossija 24 zeigen, wie die Rakete unmittelbar nach dem Start vom Kurs abkommt, eine Kurve beschreibt und in einen nahezu waagerechten Kurs übergeht, bevor sie schließlich auseinanderbricht und in einem Feuerball zu Boden stürzt.

Nach Angaben der "Los Angeles Times" hatte Rossiya-24 den Start live übertragen. "Was für ein schöner Anblick", habe der Kommentator zunächst gesagt, als die Proton-M von der Startrampe abhob. Und dann: "Da läuft etwas falsch! Da scheint es eine Katastrophe zu geben!"

Evakuierung umliegender Ortschaften möglich

Der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge hielt sich das Personal des Weltraumbahnhofs zum Zeitpunkt des Absturzes in Schutzbunkern auf, es habe keine Verletzten oder Toten gegeben. Die Behörden würden allerdings eine Evakuierung umliegender Ortschaften in dem dünn besiedelten Gebiet erwägen, da von dem brennenden Raketentreibstoff an der Absturzstelle eine Gefahr für die Gesundheit ausgehen könne.

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Erneute Raumfahrt-Panne: Russische Rakete mit drei Satelliten abgestürzt

Die drei Satelliten an Bord der Proton-M gehörten zum russischen Navigationssystem "Glonass". Der Sachschaden, der durch ihren Verlust entstanden ist, wird nach Angaben von Rossija 24 auf rund 200 Millionen US-Dollar beziffert.

Unklar ist noch die Ursache für den Absturz der Rakete. Die staatliche Nachrichtenagentur RIA spekuliert, es könne ein Problem mit den Triebwerken oder mit der Steuerung gegeben haben.

Für Russlands Raumfahrtprogramm ist der Absturz die Fortsetzung einer ganzen Reihe von Fehlschlägen. Im Dezember 2010 kam es bereits zu einem ähnlichen Zwischenfall, als eine Proton-M drei Glonass-Satelliten in den Orbit befördern sollte. Die Mission schlug fehl, am Ende stürzten die Satelliten in den Pazifik.

rls/Reuters

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