Satellitenbild der Woche: Ach so, der Aso!

Gigantische Eruptionen ließen einst die japanische Insel Kyushu erzittern - und eine beeindruckende Caldera entstehen. Sie ist so riesig, dass sie sogar aus dem All zu sehen ist. Heute gibt es hier nur noch einen kleineren Vulkan, der vor allem Touristen das Fürchten lehrt.

Aso-Caldera aus dem All: Nur noch ein aktiver Vulkan Zur Großansicht
NASA

Aso-Caldera aus dem All: Nur noch ein aktiver Vulkan

Berlin - Wer in den Schlund der Hölle hinab sehen möchte, der muss nur vom Bahnhof in Aso den Bus nehmen. Dann geht's zu Fuß oder mit der knapp 900 Meter langen Seilbahn weiter - und irgendwann stehen die staunenden Gäste auf der Aussichtsplattform über dem dampfenden Kratersee des Naka-dake, einem der aktivsten Vulkane Japans. Er ist gleichzeitig eine der populärsten Touristenattraktionen des Landes.

Der letzte Ausbruch fand laut "Global Volcanism Program" des Smithonian Museum of Natural History im vergangenen Jahr statt. Und weil man nicht weiß, wann es wieder soweit ist: Im Fall eines Falles können sich Besucher des Naka-dake in Schutzbunker flüchten.

Dieses Bild, mit einer Digitalkamera und 400-Millimeter-Objektiv aus der Internationalen Raumstation aufgenommen, zeigt den Naka-dake und seine Umgebung auf der japanischen Insel Kyushu. Und wer auch nur einigermaßen aufmerksam hinsieht, der bemerkt: Der Vulkan ist Teil einer viel größeren Formation.

Die Aso-Caldera umfasst noch weitere Vulkane, darunter Taka-dake, Neko-dake, Kishima-dake und Eboshi-dake. Doch sie sind seit längerem nicht mehr aktiv. Vier Ausbrüche brauchte es, um die riesige Caldera - mit einem Durchmesser von 18 bis 25 Kilometer gehört sie zu den größten Exemplaren auf der Erde - entstehen zu lassen. 90.000 bis 300.000 Jahre ist das her. Pyroklastische Ströme und dicke Aschepakete bedeckten nach den Ausbrüchen große Teile der Insel Kyushu. Die entleerte Magmakammer kollabierte - und schuf so die heute sichtbare Struktur.

Heute ist die Landschaft dagegen friedlich - im Kusasenri-Krater, unweit des Aso-Vulkanmuseums, grasen Kühe und Pferde. Auch weite Teile der Aso-Caldera sind mittlerweile bewohnt. Felder und Städte gibt es im Norden, Westen und Süden der vulkanischen Strukturen. Auf dem Bild aus der ISS sehen die Landwirtschafts- und Siedlungsflächen grau aus.

chs

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Der wahre Höllenschlund
spon_leser 29.12.2012
"Wer in den Schlund der Hölle hinab sehen möchte, der muss nur vom Bahnhof in Aso den Bus nehmen." Meiner Meinung ist der echte Höllenschlund woanders, nämlich in Darvaz, Usbekistan. Dort ist wirklich ein kreisrundes Loch im Boden aus dem es brennt - seit über 30 Jahren!! Wer mehr wissen will, ein englischsprachige Seite: Darvaz: The Door to Hell | English Russia (http://englishrussia.com/2008/03/25/darvaz-the-door-to-hell/)
2.
tembridis 29.12.2012
Wer den Ausflug zum Aso-san unternehmen möchte, sollte sich über das Wetter vor Ort informieren. Wenn der Wind z.B. schlecht steht, kann es sein, dass die obere Plattform wegen der Gase gesperrt bleibt. Bei meinem letzten Besuch war es noch nicht einmal an der Talstation der Seilbahn auszuhalten. Bei gutem Wetter allerdings hat man auf der Plattform eine herrliche Sicht in den Krater hinein.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Weltall
RSS
alles zum Thema Satellitenbild der Woche
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 2 Kommentare

Fotostrecke
Rauchzeichen: Krisenherde der Erde