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Bilder von Hobbyastronomen: Amateurfotos lassen das Weltall funkeln

Weltraumteleskope liefern nur unattraktive Rohbilder. Um die ganze Pracht des Weltalls zu erkennen, hatte die Europäische Südsternwarte Hobbyastronomen aufgerufen, die Fotos zu bearbeiten. Die 20 Siegerfotos zeigen eindrucksvoll die Schönheit ferner Galaxien und mysteriöser Nebel.

Astronomie-Wettbewerb: Strahlende Schönheiten Fotos
Igor Chekalin

Bizarre Nebelstrukturen strahlen in leuchtenden Farben, ferne Galaxien präsentieren sich mit funkelnden Spiralarmen - Aufnahmen aus den Tiefen des Weltraums faszinieren nicht nur Astronomen. Jedes Bild entsteht allerdings erst in Stunden aufwendiger Arbeit, wie die Europäische Südsternwarte Eso mitteilt. Dazu werden Rohdaten, die die Teleskope liefern, von Fachleuten kombiniert und bearbeitet. So müssen beispielsweise Verzerrungen korrigiert werden.

Im Rahmen des Wettbewerbs "Hidden Treasures" ("verborgene Schätze) hat die Eso interessierte Laien aufgerufen, das Datenmaterial der Südsternwarte zu durchforsten und selbst bearbeitete Bilder einzusenden. Sämtliche Aufnahmen der Hobbyastronomen beruhen auf Serien von Schwarzweißbildern eines Himmelsobjekts, die direkt von einem Teleskop geschossen wurden. Das sieht man den Bildern allerdings nicht mehr an.

"Wir wurden sowohl von der Menge als auch von der Qualität der eingereichten Aufnahmen völlig überrascht", sagte Eso-Mitarbeiter Lars Lindberg Christensen.

Knapp einhundert Bilder wurden eingesendet - deutlich mehr als erwartet, wobei viele Teilnehmer mehr als eine Aufnahme einreichten. Die Eso hat nun die aus ihrer Sicht besten 20 präsentiert. Nach Eso-Angabe wurden die Aufnahmen nach der Qualität der Bildbearbeitung, der Originalität des Bildes und der ästhetischen Gesamterscheinung bewertet.

In diesem Jahr wird der Wettbewerb erneut stattfinden, Informationen dazu will die Südsternwarte demnächst bekanntgeben.

Die Europäische Südsternwarte hat an drei Standorten in Südamerika astronomische Forschungsstationen: Das Paranal-Observatorium mit dem Very Large Telescope steht in 2600 Meter Höhe in Chile auf dem Paranal. Im chilenischen La Silla und auf dem Llano de Chajnantor befinden sich weitere Teleskope. Neben Deutschland sind 13 weitere europäische Staaten an der Wissenschaftsorganisation beteiligt.

wbr

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1. Skyweek 2.0
Alderamin 20.01.2011
Zitat von sysopWeltraumteleskope liefern nur*Schwarzweißbilder. Um die ganze Pracht*des Weltalls zu erkennen, hatte die Europäische Südsternwarte Hobbyastronomen aufgerufen, die*Fotos zu bearbeiten. Die 20 Siegerfotos zeigen eindrucksvoll die Schönheit ferner Galaxien und mysteriöser Nebel. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,740342,00.html
Möchte an dieser Stelle mal auf den Blog "Skyweek 2.0" http://skyweek.wordpress.com/ des Wissenschaftsjournalisten Daniel Fischer hinweisen, wo es auch stets Pretty Pictures aus der Astronomie und Raumfahrt, so wie interessante Hintergrundberichte für Interessierte gibt.
2. Illusion
jutta weise, 20.01.2011
diese Bilder sind nur eine Illusion! Schaut man mit bloßem Auge durch ein 400mm Teleskop auf den Orionnebel z.B. so sieht man Sterne, Wolken und dunkle Schatten und das Alles in mehr oder weniger schwarz-weiß. Wenn wir einen Astronomieabend veranstalten, sind die, die das 1. Mal durch dieses Teleskop schauen, immer sehr enttäuscht, da Hubble und Hobbyfotografen uns mit Bildern überhäufen, wie wir sie niemals sehen werden. Alles eine Frage von Photoshop und Hunderten von aufeinandergestapelten Fotos!
3. Natürlich, was denn sonst?
Layer_8 20.01.2011
Zitat von jutta weisediese Bilder sind nur eine Illusion! Schaut man mit bloßem Auge durch ein 400mm Teleskop auf den Orionnebel z.B. so sieht man Sterne, Wolken und dunkle Schatten und das Alles in mehr oder weniger schwarz-weiß. Wenn wir einen Astronomieabend veranstalten, sind die, die das 1. Mal durch dieses Teleskop schauen, immer sehr enttäuscht, da Hubble und Hobbyfotografen uns mit Bildern überhäufen, wie wir sie niemals sehen werden. Alles eine Frage von Photoshop und Hunderten von aufeinandergestapelten Fotos!
Das gilt für das gesamte Frequenzspektrum. Nur heißt die Bearbeitungssoftware mutmaßlich halt nicht "Photoshop". Nur so lassen sich Details halt visualisieren. "Echtfarben" sind sowieso nur menschlich subjektiv und die allermeisten Frequenzen entziehen sich sowieso unserer (menschlichen) Wahrnehmung.
4. .
cobobka 20.01.2011
Sind diese Bilder jetzt reine Erfindung und Ergebnis der künstlerischen Freiheit und Phantasie des jeweiligen Bearbeitenden?
5. bin ein wenig enttäuscht
Planet_Torkov 20.01.2011
Zitat von sysopWeltraumteleskope liefern nur*Schwarzweißbilder. Um die ganze Pracht*des Weltalls zu erkennen, hatte die Europäische Südsternwarte Hobbyastronomen aufgerufen, die*Fotos zu bearbeiten. Die 20 Siegerfotos zeigen eindrucksvoll die Schönheit ferner Galaxien und mysteriöser Nebel. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,740342,00.html
Mit einem Teleskop schaut man in den Weltraum, meistens. In diesem Sinne ist es ein Weltraumteleskop. Da der Begriff "Weltraumteleskop" jedoch für Teleskope IM Weltraum verwendet wird (Hubble und Co.) ist der Begriff hier irreführend, denn die ESO-Teleskope stehen samt und sonders auf dem Boden. Abgesehen davon wird aus ESO-Rohdaten bei der Bearbeitung kein "Amateurbild". Wäre so, wie wenn ich ein Negativ eines Helmut-Newton-Fotos in meiner Dunkelkammer entwickle. Ich habe Spielraum, kann aber nicht beanspruchen, dass es "mein" Bild ist. Last but not least finde ich die Preisträger-Fotos aus ästhetischer Sicht mehrheitlich nur mäßig berauschend. Da gibt es gelungenere Bilder, meiner Meinung nach. Kurzum: ohne die Bearbeitungsleistung der Preisträger abwerten zu wollen, gebührt meine Hochachtung den Amateuren, die mit eigenem Rohmaterial kleine Meisterwerke schaffen. Mein aktueller Favorit ist dieses hier: http://blog.deepskycolors.com/archive/2010/10/22/orion-from-Head-to-Toes.html
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