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Satellitenbild der Woche: Die neue Blaue Murmel

Nasa-Aufnahme: "Einfach atemberaubend, dieses Bild" Zur Großansicht
NASA

Nasa-Aufnahme: "Einfach atemberaubend, dieses Bild"

Neuauflage eines Klassikers: Die Blaue Murmel ist eines der berühmtesten Fotos der Welt. Vor gut 40 Jahren machte ein Astronaut das Original - heute braucht man dafür keine Menschen mehr.

So schön blau! Aus dem Weltall betrachtet sieht unser Heimatplanet wunderbar friedlich und harmonisch aus. Die satten Farben lassen auf ein vermeintlich gesundes Ökosystem schließen - die Landmassen werden scheinbar von klaren, tiefblauen Meeren umspült.

Dabei verschweigt die Aufnahme, dass der Druck auf unsere Umwelt durch Probleme wie den Klimawandel oder die zunehmende Verschmutzung der Meere mit Müll immer größer wird - das wurde gerade in diesem Jahr bei der Klimakonferenz in Paris sehr deutlich.

Genauso wie die Erkenntnis, dass es wohl am Ende nur durch die gemeinsamen Anstrengungen der gesamten Erdbevölkerung möglich ist, auch in weiter Zukunft noch so schöne Aufnahmen des blauen Planeten zu liefern.

Das Bild hat die Nasa-Sonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" am 12. Oktober gemacht. Der Satellit kreist seit 2009 in seiner Umlaufbahn etwa 134 Kilometer über der Oberfläche des Mondes - Teile des Erdtrabanten mit dem Krater Compton sind auf dem vorderen Bildabschnitt zu sehen. An seinem Horizont erscheint in diesem hochauflösenden Foto die Erde.

"Eine atemberaubende Aufnahme", kommentiert Noah Petro vom Goddard Space Flight Center in Greenbelt in Maryland das Bild. "Es erinnert ein wenig an das berühmte 'Blaue-Murmel'-Foto, das Astronaut Harrison Schmitt auf der Apollo-17-Mission vor 43 Jahren aufgenommen hat. Auch auf diesem Bild war Afrika sehr gut zu erkennen."

Fotostrecke

32  Bilder
Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All
Aufnahmen mit der Oberfläche des Mondes im Vordergrund und der Erde im Hintergrund sind laut Nasa kompliziert. Da die Sonde überwiegend die Mondoberfläche beobachte, komme es selten zu einer Situation, in der auch die Erde mit abgelichtet werden könne.

Nur wenn die Kameras der Sonde sich auf die extrem dünne Atmosphäre des Mondes richten, würde eine solche Gelegenheit entstehen, teilte die Nasa mit. Dazu müsse die Sonde auf die Seite gelegt werden, während die Kameras in einen bestimmten Winkel schalten. Das alles passiert, während sich die "Lunar Reconnaissance Orbiter" mit etwa 1600 Metern pro Sekunde bewegt.

Die Sonde ist mit zwei Kameras ausgestattet. Die mit der hohen Auflösung fotografiert nur in Schwarz-Weiß, während eine Weitwinkelkamera mit niedriger Auflösung farbige Bilder aufnimmt. Für das aktuelle hochauflösende Bild wurden beide Bildinformationen zu einer Aufnahme verarbeitet.

"Von der Erde aus ist der tägliche Mondauf- und -untergang ein besonders schöner Moment", sagt Mark Robinson von der Arizona State University, einer der Wissenschaftler, die die Sonde betreuen. "Aber von der Sonde aus gesehen geht die Erde niemals auf oder unter." Es bietet sich immer dieselbe Perspektive - mit geringen Schwankungen des Mondes. Nur die Erdrotation lässt die verschiedenen Kontinente auf- und abtauchen.

joe

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