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Seltenes Spektakel: Blutmond in XXL

Dieses Schauspiel gab es zuletzt 1982: Der Mond wirkt deutlich größer als sonst - und leuchtet zugleich blutrot. Mit etwas Glück lässt sich die XXL-Mondfinsternis am Montagmorgen auch in Deutschland beobachten.

WetterOnline

Etwa 384.000 Kilometer ist der Mond im Mittel von der Erde entfernt. Seine Bahn ist nicht kreisförmig, sondern hat die Form einer Ellipse, die obendrein Schwankungen unterliegt. Deshalb gibt es das Phänomen des Supermondes. Dann kommt der Mond der Erde besonders nah. Die Distanz beträgt nur 356.000 Kilometer, der Mond erscheint deutlich größer als sonst - um etwa 14 Prozent.

Am Montagmorgen wird es wieder einen solchen Supermond geben - und zugleich kommt es zu einer totalen Mondfinsternis. Beides tritt nur selten gleichzeitig auf. Der riesig erscheinende Mond wird dann in ein schwaches rotes Licht getaucht. Er befindet sich im Kernschatten der Erde und sollte deshalb eigentlich gar nicht zu sehen sein. Doch die Atmosphäre streut langwelliges, rotes Sonnenlicht in den Schattenbereich und lässt den Mond in rötlicher Färbung glimmen. Man spricht auch vom Blutmond.

73 Minuten im Kernschatten

Weltweit fiebern Astronomiefans dem raren Event entgegen. Zuletzt gab es einen Blutmond in XXL vor 33 Jahren - und nach dem 28. September 2015 muss man bis zum Jahr 2033 warten, um ihn wieder zu erleben. "Der Mond leuchtet kupferrot, das ist schon eine besondere Faszination", sagt Björn Voss, Leiter des Planetariums Münster.

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Wer den Höhepunkt des mehrere Stunden dauernden Schattenspiels bestaunen will, sollte den Wecker am Montag am besten auf halb fünf stellen, sagt Alexander Weis von der Vereinigung der Sternfreunde, die ihren Sitz im südhessischen Heppenheim hat. Von 4.11 Uhr bis 5.24 Uhr befindet sich der Mond vollständig im Kernschatten: Die Finsternis ist total. Die Mitte ist somit um 4.47 Uhr.

Ein totale Mondfinsternis entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond in einer Reihe liegen, die Erde das Licht der Sonne also abhält und der Mond sich im Schatten der Erde befindet. Bereits um 3.07 Uhr wird der Mond in den Kernschatten der Erde eintreten. "Das werden Sie sehen: Da ist was los", sagt Weis. Auch das Verlassen des Kernschattens um 6.27 Uhr sei noch gut erkennbar.

Viel Aufwand zum Beobachten ist nicht erforderlich: Einfach Richtung Südwesten gucken, ein Blick aus dem Fenster kann ausreichen. Wer möchte, kann zum Fernglas greifen und so die schwachen Sterne sehen, an denen der Mond vorbeizieht. Beobachtet werden kann die Mondfinsternis in Deutschland praktisch überall gleich gut. Künstliches Licht dürfte aber stören. "Nicht unter die Straßenlaterne stellen", rät Björn Voss vom Planetarium Münster.

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Die Finsternis ist bei gutem Wetter in ihrer vollen Länge in vielen Ländern Europas, aber auch etwa in Teilen Afrikas und Amerikas sichtbar. Wer das Ereignis verschläft, muss sich gedulden: Die nächste totale Mondfinsternis wird erst wieder in drei Jahren - am 27. Juli 2018 - in Deutschland zu beobachten sein. Die nächste Finsternis mit gleichzeitigem Supermond gibt's sogar erst in 18 Jahren.

hda/dpa

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